Dienstag, 5. Juli 2016

Atlin zum Kathleen Lake

Gefahrene Kilometer: 443,6.


Wie schläft es sich in dem Ding? Die erste Frage Walters Schwester zu unserer Reise. Die Antwort: wie in Neuseeland. Soll heißen: hervorragend! Es ist wahrscheinlich der Mix aus frischer Luft, angenehmer Kälte in der Nacht und den Geräuschen der Natur. Ein erster verschlafener Blick um 5:15 Uhr aus dem Seitenfenster zeigt, dass der See glatt wie ein Spiegel ist und die Berge bereits im Sonnenaufgang rot glühen. Wir schlafen bis 7:00 Uhr weiter und stehen dann auf. 


Die Morgenroutine ist ähnlich wie in Neuseeland: Walter trotzt der Kälte, bringt Wasser zum Kochen und setzt den Morgenkaffee auf. Unsere Heizung müssen wir nicht anschmeißen: So kalt ist es bei 6 Grad Außentemperatur über die Nacht nicht geworden. Zum Frühstück gibt es Müsli.


Wir verabschieden uns von Norm und Eddy brechen in Richtung Whitehorse auf. Atlin war ein super Start für den Trip und ist eine wirklich hübsche kleine Stadt, umgeben von großartiger Natur. Und war auch unsere erste Tankerfahrung: Ca. 45 Liter Diesel für 63 Kan-$.


Die 100km zurück zum Abzweig auf die Tagish Road vergehen schnell.


Die Tagish Road bringt uns in Richtung Westen auf den Klondike Hwy. Hier geht es nach einem kurzen Abstecher in den Süden zur "Bove Island" 



wieder nach Norden bis Whitehorse. Unterwegs bestaunen wir die Farben des Emerald Lake. Auch wenn man sagen muss, dass fast jeder der unzähligen großen Seen hier im Yukon derartige Farben aufweist. Zumal das Wetter nicht besser sein könnte.


Eigentlich wollten wir bis Skagway fahren und von dort mit der Autofähre in einer Stunde nach Haines fahren. Da diese aber leider schon ausgebucht war, machen wir den Umweg per Auto.

In Whitehorse machen wir kurze Rast und erledigen die wichtigen Dinge des Lebens: Dumpen. Wie empfohlen, zuerst Black Water öffnen, dann Gray Water zum Nachspülen. Das Dumpen ist an dieser (und wohl an fast allen Tankstellen im Yukon) kostenfrei.




Von Whitehorse geht es auf den berühmten Alaska Highway. Hier haben wir unsere erste Formel 1-Erfahrung des Roadtrips: An manchen Baustellen bringt einen ein Pilot Car von einem Ende der Baustelle auf die andere Seite. Die Sommermonate werden immer intensiv für Straßenausbesserungs- und -ausbauarbeiten genutzt.


In Haines Junction verlassen wir den Alaska Highway in Richtung Südosten. 


Diese Sackgasse wird uns morgen bis nach Haines gebracht haben. 



Heute übernachten wir aber auf dem Weg im State Campground am Kathleen Lake. Ein sehr schön angelegter Campground (mit ca. 30 Stellplätzen). Die einzelnen Stellplätze sind mit angenehmem Abstand voneinander zwischen Bäumen eingerichtet, je mit Tisch und Bank und Grill. Bezahlt wird per self-registration am Eingang: 15,60 Kan-$ für den Stellplatz.


Vor dem Essen testen wir ein besonderes Extra unseres Campers: die Outdoor-Dusche. Mit einem außen angebrachten Duschschlauch mit -kopf, eingeschalteter Wasserpumpe und sogar laufendem Wasserboiler kann man sich erstaunlich gut draußen duschen. Natürlich mit natürlich abbaubarem Shampoo von Globetrotter und im Bikini bzw. Badehose für die Nachbarn...

Fazit Tag 3:


Der Weg ist das Ziel.  



Montag, 4. Juli 2016

Whitehorse nach Atlin

Gefahrene Kilometer: 192,7.


Walters persönliches Highlight des Tages ist Eddy. Aber zunächst der Reihe nach:

Wie nicht anders zu erwarten war, zeigt die Uhr erst 5:30 Uhr an, als wir unsere Augen aufschlagen und ausgeschlafen sind. Macht nichts, wir sind sowieso viel zu neugierig auf unseren Truck-Camper, für dessen Übernahme wir um 7:50 Uhr am Hotel von dem Vermieter Fraserway abgeholt werden. So haben wir Zeit, vorher bei Tim Hortons zu frühstücken (Plain Oat Meal und ein Breakfast Bagel BELT: Bacon, Egg, Lettuce u. Tomato für insgesamt ca. 16
Can-$. 


Für die Einwohner von Whitehorse ist es wahrscheinlich jeden Sonntag dasselbe: Am Nachmittag torkeln deutsche gejetlaggede Touris durch die Stadt und am nächsten Morgen fallen sie in aller Herrgottsfrühe in die Bagel-Läden ein.

Fraserway holt uns (und drei weitere Pärchen) pünktlich ab und bringt uns in wenigen Minuten auf ihr Truck-Camper Gelände. Sonntags werden die Camper von den Touristen abgegeben, vom dem Vermietungsteam auf Vordermann gebracht und montags über 20 Camper wieder an die neue Runde ausgegeben. Der Check-In geht schnell: Unbegrenzte Kilometer, auf die Höhe des Truck-Campers achten, beachten, dass es verboten ist, auf ein paar wenige besonders gefährliche Off-Road Piste zu fahren. Dann endlich die Einweisung am Gerät: Unser Zuhause für die nächsten drei Wochen ist ein Ford F-350 Super Duty Lariat Power Stroke 6.7 L Turbo Diesel 4x4, mit einer auf der Ladefläche aufgesattelten Wohneinheit, die aus einem monströsen Pick-up Truck, ein gigantisches Wohmobil macht. Zunächst das Wichtige von außen: Ausgang "Gray" und "Black" Water, Öffnungsventil je für "Gray" und "Black" Water, Zugang zu den Propangasflaschen, Stauraum, ausfahrbare Markise, hochklappbare Treppe. Innen: Sitzbänke mit Tisch rechts, links der Gasherd mit Ofen und Spüle. Darunter die Anzeigen für die Wasserreserven und die Befüllung der restlichen Tanks. Bad mit Dusche, Stauraum, Kühlschrank und natürlich unser Bett direkt über der Fahrerkabine. Wir sind ob der Ausstattung und Bestückung begeistert. 





Umso mehr als wir erfahren, dass unser Truck-Camper bereits mit einem Solarpaneel ausgestattet ist, das die Wohn-Batterie zum Teil aufladen kann. Die Fahrerkabine hat theoretisch Platz für zwei Sitzreihen à 3 Personen... oder eben uns 2. Mit knapp über 7.000km Laufleistung und noch frischem Ledergeruch haben wir ein fast neues Gerät erwischt, dessen Multimediakonsole sich per Bluetooth mit unseren Handys verbinden kann und damit ein Abspielen unserer spotify-Musik erlaubt.

Wir packen unsere Koffer aus, verstauen unsere sieben Sachen abfahrtauglich und trauen uns dann, mit diesem Ungetüm loszurollen. Dank Automatik ist das Fahren kein Problem, an die Größe und Länge des Fahrzeugs muss man sich aber noch gewöhnen. Zumal der Rückparkpieper nicht wirklich hilft, da er wegen des Überbaus ständig durchgehend piept. Das heißt also bei engeren Manövern: Beifahrer(in) aussteigen und einweisen.

Das obligatorische erste Ziel ist der kanadische Super Store. Zeit, für den Großeinkauf. Was wir dort nicht erhalten haben, holen wir uns im Walmart oder im kanadischen Baumarkt. Ein Mittagessen im Tim Horton's und einen Kaffee to go im Starbucks später beginnen wir am frühen Nachmittag unsere Rundreise.

Wir verlassen Whitehorse Richtung Südosten. Erster Stop ist der Miles Canyon wenige Kilometer nach der Stadtgrenze. Hier hat der Yukon River ein beeindruckendes Flussbett geschaffen.



Dann geht es auf die Atlin Road, eine ca. 100km lange Stichstraße zum gleichnamigen kleinen Nest. Unserer Meinung nach ein erstes Highlight auf dieser Tour. Die Straßenführung ist großartig, wir sind sofort von der schieren Größe des Landes und den immensen Bergketten gefangen. Wir passieren einige riesige Seen, die von Farbe und Ausmaß die Alster in den Schatten stellen.



In Atlin angekommen fahren wir den Norseman RV Park an, der bereits seit einigen Jahrzehnten von Norm geführt wird. Norm verbringt die Sommermonate hier in Atlin (das nicht mehr im Yukon, sondern in British Columbia liegt) und den Rest des Jahres auf einer Farm in Vancouver. Der freundliche ältere Kanadier hat noch einen tollen Platz auf einer kleinen Landzunge direkt am See mit Blick auf die Berge und die Gletscher frei. No hook-up (also keine Anschlüsse für das Wohnmobil), dafür kostet es nur 20 Can-$ + 5 Can-$ für das WiFi.



Bevor wir den Abend an dieser Traumlage ausklingen lassen, lernen wir noch zwei besondere Gestalten kennen: Zum einen "Mister Moose", einen stolzen kanadischen Elch (?) am See nebenan.


Zum anderen Eddy: Einen majestätischer Weißkopfseeadler, der nur wenige Meter neben unserem Camper auf einem Strommast Wache hält und nach Beute (?) Ausschau hält. Er besucht Norm schon seit vielen Jahren (und bestimmt fällt auch der eine oder andere Fisch für ihn ab).


Fazit Tag 2:

Wir brauchen noch einen Spitznamen für unseren monströsen Truck-Camper.


Sonntag, 3. Juli 2016

Frankfurt nach Whitehorse

Gefahrene Kilometer: 0


Frankfurt nach Whitehorse. Ja, Whitehorse. Diese berühmte Hauptstadt des Yukon mit dem Städtecode YXY. Einmal die Woche fliegt die Condor die ca. 9:30 Stunden sogar direkt dahin. Und diesen Flieger um 15:35 Uhr nehmen wir.


Wir kommen schon am Vortag per Zug am Flughafen Frankfurt an und genießen eine Nacht im Hilton Garden Inn, inkl. legendärem Fußballelfmeterschießen zweier traditionsreicher Fußballnationen und einem leckeren Frühstück mit French Toast und frischem Omelett.




Unsere Boeing 767-300ER startet mit einer Stunde Verspätung. Für das komplette Entertainment Programm auf dem sitzeigenen Monitor muss man bei Condor nochmal 8 € p.P. im Flieger zahlen. Dafür gibt es dann aber Filme und Serien satt. Die Flugroute ist (für uns jedenfalls) außergewöhnlich: Über die Nordsee, knapp an Schweden vorbei, geht es nach Grönland mit seiner Eiswüste und riesigen Eisschollen. 




Wir drehen nur knapp 1200km vom Nordpol entfernt wieder Richtung Süden ab. Überfliegen das nördliche Kanada und sehen auf den vielen Stunden keine einzige Siedlung, kein einziges Haus.

Der Landeanflug nach Whitehorse ist ebenfalls beeindruckend. Erstaunlich viele Bergketten kommen immer näher. Von menschlicher Zivilisation immer noch nichts zu sehen. Erst wenige Minuten vor der Landung erkennen wir unser Tagesziel als eine kleine Ansammlung an Straßenreihen.


Die Einreise ist dank der bereits Tage zuvor erledigten Online-Registrierung für Kanada und der freundlichen kanadischen Zollbeamten kein Problem. Das Shuttle des Best Western Gold Rush Inn holt uns (und andere Gäste) vor dem Flughafen-Eingang ab und bringt uns in das rustikale, typisch amerikanische Hotel.


Wie ist das Wetter? Hervorragend mit 19 Grad und Sonne. Nur wir sind etwas müde, nachdem wir 9 Stunden verloren haben und dadurch die Nacht durchmachen.

Bei einem kurzen Stadtspaziergang sehen wir die Stadt so:






Und natürlich treffen wir auf ein Tim Horton's, die Restaurant-Ikone Kanadas.

Zu Abend essen wir im Klondike Rib & Salmon Barbecue. Ein großartiger Laden, voll mit Locals, die ihren Sonntagabend genießen, mit leckeren Fischgerichten, einer toller Einrichtung und echtem Yukon Craft Beer.





Um 21:00 Uhr Ortszeit fallen wir müde ins Bett und freuen uns darauf, morgen unseren Truck-Camper zu übernehmen.

Fazit Tag 1:


Endlich im Yukon!

Samstag, 2. Juli 2016

reisefuchs goes Alaska & Yukon!

Oder besser gesagt: reisefuchs goes honeymoon!


Nach langer Postabstinenz gibt es demnächst wieder Posts über unsere 3-wöchige Reise in den hohen Norden von Kanada (Bundesstaat: Yukon) und in den größten Bundesstaat der USA (Alaska).

Gepackt haben wir auch schon. Das sieht dann so aus:




Dinge, die im Vergleich zur Weltreise neu hinzugekommen sind:

Bärenglöckchen, Saugnapfhaken, Regenhose, Moskito-Gesichtsnetze.

Gleich geht es mit dem Zug nach Frankfurt und morgen dann mit dem Flieger von Condor direkt (!) nach Whitehorse, Kanada, Hauptstadt des Yukon mit überwältigenden ca. 26.000 Einwohnern.

Einen Grobüberblick über unsere geplante (aber jederzeit entsprechend des Wetters veränderbare) Route bekommt ihr hier:


Und wie bewegen wir uns auf den ca. 5.000km fort? In einem Truck-Camper (als Wohnmobil umgebauter Pick-up Truck) von Fraserway! :)

Fazit Tag 0:

Das Fernweh fühlt sich gut an.