Montag, 25. März 2013

Phnom Penh - Tage 1 und 2

Das Königreich Kambodscha ist eine konstitutionelle Monarchie. Die etwa 15 Mio. Einwohner leben in einem Land, das etwa halb so groß wie Deutschland ist und zu zwei Dritteln aus dem flachen kambodschanischen Becken besteht. Unsere erste Nacht verbrachte wir in den „Hügeln der Penh“, das 1,5 Mio. Einwohner zählende, wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die war jedoch wieder kurz, weil unser Nachbar um 06:00 Uhr beschlossen hat, für eine Stunde mit Hammer und Bohrer Bauarbeiten durchzuführen. So richtig kann man es ihm aber nicht verübeln, schließlich steigt die Temperatur nur wenige Stunden später schon auf 35 Grad. Die Hitze führt auch dazu, dass in den nächsten Tagen kaltes Wasser aus der Dusche Mangelware wird.

Von der Tatsache euphorisiert, dass wir uns wieder in einem neuen Land befinden, werfen wir uns nach der warmen Dusche in den lärmenden Verkehr der Straße und suchen uns ein Frühstückslokal.


Auch ohne eine Stadtkarte kann man sich in Phnom Penh gut zurechtfinden. Die Stadt hat sich das französische Straßensystem im Schachbrettmuster erhalten und die meisten (und teuersten) Restaurants und Bars finden sich sowieso am Ufer des Tonle Sap. Dort finden wir auch einen Platz zum Frühstücken. Zwar ist der Kaffee schon alle, aber es gibt ein leckeres Müsli mit Joghurt, eine frische Obstplatte und O-Saft.

Die Menschen in unserer neuen Umgebung unterscheiden sich deutlich von den Vietnamesen, mit denen wir die letzten Wochen verbracht haben. Kambodscha ist ein Land mit eigener Kultur, Ausstrahlung und eigenen Nöten. Das zeigt sich in dem vergleichsweise beruhigten Verkehr, der nicht mehr so stark vom Hupen dominiert wird, in der Armut, die durch die zahlreichen bettelnden Frauen und Kinder sichtbar wird und die Ursache einer hohen Prostitutionsrate ist, in den Gesichtern der Menschen, die auf den ersten Blick freundlicher erscheinen als in Vietnam, und in den vielen wartenden TukTuk-Fahrer, die einem bei erster Gelegenheit ihre Dienste anbieten wollen.


Einen von ihnen brauchen wir, denn wir wollen heute Nachmittag zum berüchtigten Choeung Ek fahren, das 12km außerhalb der Stadt liegt. Und so lernten wir Mr. Sow mit seinem TukTuk kennen. Jeder Südostasienreisende kennt nur zu gut die Situation, in der man mit Taxifahrern, Ticketverkäufern, Hotelmanagern oder Obst verkaufenden Frauen in Verhandlungen tritt und das Feilschen beginnt. Was am Anfang der Reise vielleicht noch ungewohnt ist, wird im Laufe der Zeit immer mehr zur Routine. Manche sind schnell genervt davon, dass man immer und überall den Preis verhandeln muss, wenn man nicht als Ausländer das x-fache des „normalen“ Entgelts zahlen will. Andere sehen darin eine Herausforderung und versuchen ein Schnäppchen zu erzielen. Und bei den meisten ist es einfach auch eine Frage des Reisebudgets, was man zahlen kann und was nicht. Was allerdings nach unzähligen Verhandlungen schnell keine Rolle mehr spielt, ist mit einem Lächeln im Gesicht ein Bauchgefühl zu entwickeln, in welchen Situationen man um jeden Dollar, Dong oder Kip feilschen sollte und in welchen nicht. Der eine Dollar mehr, den man zahlt, bedeutet zwar vielleicht, dass man sein Tagesbudget überschreitet, führt aber dazu, dass der Andere nicht so sehr um sein spärliches Einkommen kämpfen muss und man ein Stück Vertrauen gewinnt. Das deutliche Überangebot an TukTuk-Fahrern in Phnom Penh führt dazu, dass viele über Tage keine ausländische Kundschaft haben. Von unserem Hotelinhaber wussten wir, dass für die 24km lange Fahrt und die zweistündige Wartezeit ein Preis von 10 bis 13 $ angemessen war. Mit Mr. Sow vereinbarten wir schnell 13 $ und gaben ihm nachher 15 $, obwohl er uns wahrscheinlich auch für 10 $ gefahren hätte. Dafür wurde der stämmige und gutmütige Kambodschaner unser Fahrer für die nächsten beiden Tage und erzählte uns, dass er jeden Morgen bei Sonnenaufgang eine Stunde Joggen geht, danach einer Gruppe von Kindern am Flussufer Taekwondounterricht gibt und für den Rest des Tages TukTuk fährt.

Der Weg nach Choeung Ek führt auf staubigen Pisten durch Vororte Phnom Penhs. 


Die Bodenunebenheiten und der aufgewirbelte Sand bescheren uns einen Hauch von Indien, während wir im TukTuk hin und her geschleudert werden. Auffälligstes Baumaterial der an uns vorbeiziehenden Häuser und Hütten ist Wellblech. Die auffälligsten Werbetafeln preisen „Ganzberg“, real German beer an. Noch nie davon gehört.

Das Choeung Ek Memorial liegt zwischen friedlich wirkenden Feldern und einer beschaulichen Obstgartenlandschaft. Es ist besser bekannt unter der Bezeichnung „killing fields“, eines der zahlreichen Landstriche, in denen die Roten Khmer ihren Massenmord am eigenen Volk begangen haben. 


Während Kambodscha in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts unter dem Eindruck des sich immer mehr auf eigenen Boden vorschiebenden Vietnamkriegs politisch führerlos wurde, gelang es dem überzeugten Kommunisten und ehemaligen Lehrer Saloth Sar, bekannt als Pol Pot, eine Guerillaorganisation mit dem Namen „Rote Khmer“ aufzubauen und am 17. April 1975 die Macht in Kambodscha zu übernehmen. Der neue Diktator und „Bruder Nr. 1“ begann vom ersten Tag seiner Herrschaft an, seine radikale Idee umzusetzen, das ganze Land in einen reinen kommunistischen Bauernstaat zu verwandeln. Die gesamte Bevölkerung aus Phnom Penh und aus allen anderen größeren Städten wurde gewaltsam aufs Land umgesiedelt und gezwungen, dort als Kleinbauern tätig zu werden, egal welchen Beruf die Menschen vorher nachgegangen sind. Städte sollten zugunsten des Landes verschwinden. Wer sich den Anweisungen widersetzte oder einfach das Pech hatte, als Intellektueller, weil man zum Beispiel eine Brille trug, Lehrer, Schriftsteller oder Gebildeter zu gelten, wurde mit dem Tode bestraft. Pol Pot und seine Roten Khmer schafften es in den kurzen vier Jahren ihrer Schreckensherrschaft, bis zu drei Millionen der insgesamt acht Millionen in Kambodscha lebenden Khmer umzubringen und sich damit, relativ gesehen, an die Spitze der Liste der Massenmörder des 20. Jahrhunderts zu katapultieren.


Choeung Ek ist die Stätte, wo die Gefangenen des „Toul Sleng“ Gefängnisses auf brutalste Weise umgebracht wurden. 1980 entdeckte man an dieser Stelle 86 Massengräber und eröffnete einige Jahre später die heutige Gedenkstätte. 


Das Memorial bietet einen bewegenden, bedrückenden und informativen Rundgang über das Gelände und ist inklusive der mehrsprachigen Audioguides sehr lehrreich und gut gemacht. Der Besuch der Gedenkstätte ist sicher kein angenehmer Ausflug, aber für jeden Reisenden in Kambodscha unbedingt zu empfehlen, um diese unfassbare und junge Episode aus der Geschichte des Landes zu verstehen.


Auf dem Weg zurück ins Zentrum von Phnom Penh können wir wie unser Loose-Reiseführer nur schwer glauben, dass diese belebte und aufstrebende Hauptstadt vor nur einer Generation komplett evakuiert und verlassen wurde. In Anbetracht der Tatsache, dass nur etwa 30 Jahre seit der Herrschaft der Roten Khmer vergangen sind, sieht man jeden älteren Kambodschaner auf der Straße mit ganz anderen Augen.

Am Abend treffen wir uns mit Roel und Leoni zum Essen und Sportschauen in einer Irish Bar. Da die beiden wie wir von Phnom Penh nach Siem Reap weiterreisen möchten, buchen wir zusammen die Busfahrt für den übernächsten Tag. Das Ticket kostet 13 $ pro Person und die Busgesellschaft wirbt mit dem Slogan „affordable luxury“ für einen eleganten klimatisierten Bus mit WiFi, kostenlosen Getränken und sicheren Fahrern. Da mussten wir natürlich zugreifen. Auf dem Weg ins Hotel wohnen wir am Flussufer wieder einer der typisch asiatischen Outdoor-Aktivitäten bei: das öffentliche Sporttreiben in der Gruppe. Man ist immer versucht, selbst mitzumachen!


Der nächste Tag beginnt später als erwartet. Der Grund: Niemand hat uns geweckt! Eine willkommene Abwechslung. Nach dem Frühstück im Nordic Guesthouse wartet Mr. Sow bereits auf uns. Auf dem Weg zum Völkermordmuseum Toul Sleng halten wir am Komplex mit dem Königspalast und der Silberpagode. Phnom Penhs Wahrzeichen wurde im traditionellen Khmer-Stil errichtet und beeindruckt mit seiner prachtvollen Fassade. Die Anlage ist Ausdruck davon, dass die Khmer in ihrer Blütezeit ein Riesenreich befehligten und eine bedeutende Macht im südostasiatischen Raum waren.


Toul Sleng ist neben Choeung Ek der zweite bekannte Ort in Phnom Penh, der des Genozids unter den Roten Khmer gedenkt. 


Es befindet sich in den Räumen einer ehemaligen Schule. Hier betrieben die Khmer Rouge ihr berüchtigtes Gefängnis S-21. 


Mehr als 14.000 Menschen wurden in diesen Räumlichkeiten inhaftiert, gefoltert und ermordet. 



Das Gelände ist heute ein Ort der Stille mitten im lauten Phnom Penh. Obwohl der Rundgang im Vergleich zu Choeung Ek kaum Informationen bietet und es keinen Audioguide gibt, vermitteln die leeren Zellen, die Stacheldrahtabsicherung, die die Häftlinge am Selbstmord hindern sollte, und die Folterkammern einen bedrückenden und schonungslosen Einblick in die Abgründe menschlichen Handelns. 



Auch der Besuch des Völkermordmuseums hilft, das Kambodscha von heute besser zu verstehen.

Fazit Tage 81 und 82:

Oh Phnom Penh, during the three years we were apart, I missed you and my heart suffered each and every day...“ (Inoffizielle Übersetzung einer Zeile aus dem Lied „Oh Phnom Penh“, das in Choeung Ek gespielt wird.)

Was haben wir heute gelernt? Danke auf Khmer heißt „ákun“ (ausgesprochen: „okun“).


Samstag, 23. März 2013

Djum Riap Sua!

Mekong-Delta nach Phnom Penh.


Der Plan war, dass Mekong-Delta zu besichtigen und dann direkt über die kambodschanische Grenze nach Phnom Penh weiterzureisen. So haben wir es in Saigon gebucht. Besonderen Wert legten wir auf den günstigen Transfer. Es sollte laut Buchungsbestätigung mit dem „slow boat“ über die Grenze und dann mit dem Bus in die Hauptstadt Kambodschas gehen. Wir verzichteten auf das teure „fast boat“-Upgrade, das uns für 16 $ pro Person angeblich schneller und schöner als der Bus nach Phnom Penh gebracht hätte. So war jedenfalls der Plan. Da wussten wir noch nicht, dass wir die Grenze ohne unsere Reisepässe überqueren und in harte Verhandlungen für unsere Busfahrt treten würden...

Aber zunächst einmal klingelte unser Wecker um 5:30 Uhr. Wir haben die Rucksäcke gepackt, ein stumpfes Baguette mit scrambled eggs gefrühstückt und dann gewartet. Zusammen mit Roel und Leoni und einem Kanadier, der zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn ebenfalls auf unserer Tour war. Er ist überrascht zu hören, dass wir nachher mit dem Bus fahren. Seinen Informationen nach sollte das „slow boat“ ihn und seine Familie bis nach Phnom Penh bringen. Wenige Minuten später halten ein paar Cyclo-Fahrer vor dem Hotel. Der Mann hinter der Rezeption gibt uns zu verstehen, dass diese uns nun zum Boot bringen würden. Irgendwie schafft es der Cyclo-Fahrer unsere riesigen Rucksäcke und uns auf dem Gefährt unterzubringen und radelt los.


Roel und Leoni mit etwas Vorsprung:


Mehrere Hundert Meter weiter hält er am Ufer eines Flusses vor einem großen Boot, setzt unsere Rucksäcke ab und verschwindet äußerst missmutig über das Trinkgeld, das wir ihm freiwillig gegeben haben. Auf dem Boot, das wir als „slow boat“ identifizieren, begrüßt uns ein Vietnamese, der sich als unser neuer Reiseführer vorstellt. Es sind auch einige andere Reisende an der Anlegestelle und unsere Rucksäcke werden sofort und ungefragt auf das Boot geworfen. Wir müssen ihm nun unsere Reisepässe geben, das Geld für das Visum und er würde den Rest besorgen, meint er. Nun gut, es hieß zwar schon in unserem Hotel in Saigon, dass wir irgendwann irgendwem unsere Ausweise für die Aufenthaltsgenehmigungen geben sollten, aber es ist trotzdem kein gutes Gefühl, die liebgewonnenen roten Pässe jemandem in die Hand zu drücken, den man gerade kennengelernt hat. Außerdem, ergänzte er leise, hätte er ein tolles Angebot für uns. Wir könnten mit dem kleinen und schnellen „fast boat“ ab der Grenze weiterfahren. Das würde nur 12 $ pro Person kosten. Wir sind zwar erstaunt über den im Vergleich zu Saigon geringeren Aufpreis, lehnen jedoch dankend ab, geben uns mit dem Bus zufrieden und betreten das große „slow boat“.


Zu unserer Überraschung halten wir kurz nach Abfahrt an einem schwimmenden Dorf mitten auf dem Fluss. Offensichtlich besichtigen wir noch eine kleine Fischfarm. 


Von hier geht es dann noch stromaufwärts in ein kleines Dorf. Es ist eine Siedlung der Cham, deren hinduistische Tempelruinen wir in My Son bei Hoi An im Dschungel gesehen haben und die hier im Süden Vietnams mehrheitlich islamisch geprägt sind. 


Nach diesen beiden Programmpunkten, von denen unser Reiseführer im Vorfeld nichts erzählt und währenddessen kaum etwas erklärt hat, steuert das behäbige und langsam dahinschaukelnde „slow boat“ in Richtung Grenze. Wir gehen auf das Deck und sind trotz der Hitze begeistert, ein weiteres Mal dem Lauf des Mekongs zu folgen. Der Fluss ist uns schon an der thailändischen Grenze, in Laos und Vietnam begegnet und wird uns jetzt auch noch in unser letztes südostasiatisches Land führen.


In zweieinhalb Stunden sollen wir die vietnamesisch-kambodschanische Grenze erreichen. Auf unserem Boot ist derweil unter den Reisenden Betriebsamkeit ausgebrochen. Unser Reiseführer ist nicht mehr aufzufinden, vermutlich ist er sogar von Bord gegangen. Stattdessen ist ein anderer Vietnamese aufgetaucht, der von den Passagieren Geld einsammelt. Bevor wir uns erkunden können, was es damit auf sich hat, ist er schon zu Roel, Leoni und uns beiden an den Tisch getreten. Er begrüßt uns an Bord und erkundigt sich, wie wir denn nach Phnom Penh zu fahren gedenken. Mit „slow boat“ und Bus ist unsere Antwort. Ein Lächeln erstrahlt auf seinem Gesicht und er teilt uns mit, dass er ein tolles Angebot für uns habe. Wir könnten für nur 11 $ pro Person vom Bus auf das „fast boat“ upgraden und eine wunderschöne Mekongfahrt genießen. Ebenso freudestrahlend bedanken wir uns für das tolle Angebot und lehnen ab. Eine Busfahrt ist auch schön. Daraufhin verschwindet er wieder, nicht ohne uns vorher mit ein paar klaren Sätzen die Busfahrt madig zu machen. Wir suchen unseren kanadischen Freund auf und erfahren, dass ihm das „fast boat“ für 9 $ pro Person angeboten wurde. Daraufhin beschließen wir, diese durchaus interessante Entwicklung weiterzuverfolgen und abzuwarten. Als wir wieder an unserem Tisch auf dem Bootsdeck Platz nehmen erscheint tatsächlich wieder unser vietnamesische Unterhändler. Er habe sich nochmal für uns erkundigt und es gebe jetzt kein Problem mehr, denn er kann uns das „fast boat“ nun für 8 $ pro Person anbieten und wie wir denn zahlen wollen. Obwohl wir uns mittlerweile ziemlich sicher sind, dass wir sieben die einzigen Gäste auf dem Boot sind, die noch nicht das „fast boat“ bezahlt haben, pochen wir weiter auf unseren gebuchten Bustransfer und lehnen sein Angebot erneut ab. Stattdessen fragen wir ihn, wo denn eigentlich unser Bus abfahren und wer uns dahin bringen würde. Das kann oder will er nicht beantworten und lässt uns nach dieser erneuten Absage fast eine ganze Stunde in Ruhe.

Erst als wir bereits kurz vor der Grenze sind startet er einen weiteren Versuch. Nicht mehr ganz so freudestrahlend und gutgelaunt verkündet er uns verschwörerisch, dass er ein „special offer“ nur für uns hätte. Weil wir so freundlich seien und er uns diese fürchterliche Busfahrt ersparen möchte, halbiere er nun den Preis und bietet uns das „fast boat“ für 4 $ pro Person an. Erstaunt darüber, wie schnell so ein Preis doch fallen kann, und mittlerweile neugierig geworden, wohin das Ganze noch führen wird, nehmen wir sein „special offer“ wieder nicht an.

Inzwischen haben wir am Ufer des breiten Mekongs an einem kleinen Gebäude angelegt. 


Alle steigen aus und man munkelt, dass es hier Mittagessen gibt. Ob das die Grenze ist oder noch Vietnam oder schon Kambodscha bleibt unklar. Auf dem Steg kommt unser neuer vietnamesische Freund zu Walter, legt ihm kumpelhaft den Arm um die Schulter und nimmt ihn kurz zur Seite. „My friend, only for you, this is my last offer, fast boat for only 3 $ for you!“ Nur zur Erinnerung: 16 $ hätten wir gezahlt, wenn wir das schnelle Boot in Saigon gebucht hätten oder immerhin noch 12 $ beim ersten Angebot vor zwei Stunden. Natürlich haben wir ihm jetzt auch für 3 $ nicht zugesagt. Stattdessen bestellen wir mit unseren letzten vietnamesischen Dong zwei Mittagessen und warten darauf, was als Nächstes passiert. Fragen nach dem Bus oder unseren Reisepässen werden nicht beantwortet. Anscheinend sind wir aber noch auf vietnamesischen Boden und müssen noch etwas weiter stromaufwärts. Nach einer Weile kommt Bewegung in die Sache als ein kleines schnell aussehendes („fast boat“?) Boot neben unserem anlegt und unsere Rucksäcke umgeladen werden. Etwas ungehalten stellen wir noch einmal klar, dass wir nicht mit dem „fast boat“ fahren wollen. Kein Problem, wird uns geantwortet, das kleine Boot bringe uns nur auf die kambodschanische Seite. Wir steigen also ein und überqueren kurz danach zum ersten Mal auf unserer Reise auf dem Wasserweg und noch dazu ohne unsere Reisepässe eine Grenze zwischen zwei Ländern.

Am Ufer wird die kambodschanische Flagge sichtbar und das Boot steuert auf einen kleinen Steg zu. Dort begrüßt uns wider Erwarten unser „Reiseführer“ von heute morgen mit unseren Pässen in der Hand. Die Visa seien schon eingeklebt, wir müssten nur noch zum Grenzhäuschen hinter ihm und alles stempeln lassen. Den Beamten begrüßen wir mit einem fröhlichen „djum riap sua“, das förmliche „Hallo“ auf kambodschanisch, ernten ein Lachen ob unserer Aussprache und erhalten die Genehmigung dreißig Tage in seinem Land zu bleiben. Doch jetzt stellte sich erneut die Frage, wo denn eigentlich unser Bus abfahren würde. Walter war als Erster mit der Einreisekontrolle fertig und erkundigte sich bei unserem Reiseführer und erhielt in etwa diese Antwort: „My friend! You know, the roads in Cambodia are very bad, the bus is very slow, driving is not nice. Take the fast boat, it is a very nice way to go to Phnom Penh. My friend, I like you, so you can pay me only 2 $ and you can go with the fast boat!“ Das war nun schon ein ziemlich gutes Angebot, aber mittlerweile wollten wir einfach nicht noch mehr zahlen und endlich den Bus nehmen, der für uns inklusive war. Auf Walters Frage hin, wann und wo der Bus nun eigentlich abfahre, ging unser Reiseführer mit ihm zum Eingang des umzäunten Geländes und zeigte auf die mit Schotter und Schlaglöchern übersäte Baustelle, die eine Straße sein sollte. „Look my friend, the road is very bad. You don't want to take the bus!“ Walter antwortete ihm, dass so eine Straße schon okay sei, dass wir Länder wie Laos bereist haben und dort die Straßen noch viel schlechter gewesen seien. Mit einem resignierenden Seufzen guckt er auf Walter, auf die Straße, auf Christina und unsere holländischen und kanadischen Freunde, die mittlerweile auch mit der Einreisekontrolle fertig waren, auf das „fast boat“ und sagte: „Okay, you know what, get in the boat. You can go for free.“ Und so fuhren wir statt mit dem Bus kostenlos mit einem „fast boat“, das eigentlich bis zu 16 $ gekostet hat, nach Phnom Penh.

Das Boot war ziemlich klein, es war sehr heiß, wenn man jemand in die Toilette auf der Steuerbordseite gegangen ist, musste ein anderer sich auf die Backbordseite setzen, um das Gleichgewicht zu halten, und die Fahrt dauerte vier Stunden, aber sieben der etwa 25 Passagiere hatten die ganze Zeit ein Grinsen im Gesicht. 

Einer unserer drei Fahrer hält unterwegs ein Nickerchen:


Am späten Nachmittag erschien die Silhouette der kambodschanischen Hauptstadt am Horizont und wenig später standen wir mit unseren Rucksäcken auf einem Anlegesteg. Wir verabschiedeten uns von dem Kanadier und seiner Familie, während sich Roel und Leoni, die noch kein Hotel gebucht hatten, uns anschlossen. Wie ein Schwarm Geier warteten schon die TukTuk-Fahrer an der Straße auf uns und wollten uns für einen „very cheap price“ die „very long road“ zu unserem Hotel fahren. Wir kämpften uns durch den Schwarm, schüttelten sie ab und spazierten dank der GPS-Ortung die ca. 500m zu unserem Hotel. Pich Guesthouse ist zwar nicht die beste, aber sicherlich nicht die schlechteste Unterkunft, die wir auf der Reise hatten. Unser klimatisiertes 12-$ Zimmer erreichte man, wenn man die Treppe drei Stockwerke nach oben ging, durch einen in die Wand geschlagenen Durchgang ins Nachbargebäude spazierte und dort wieder eine Treppe hinunterstieg. Unser erster Eindruck von Kambodscha: „Djum riap sua“ hört sich schön an, die Menschen wirken freundlich und alle Preise sind in US-Dollar angegeben.

Fazit Tag 80:

Es hat nie einen Bus gegeben.

Was haben wir heute gelernt: Man kann auch ohne Ausweispapiere eine Grenze übertreten.

Freitag, 22. März 2013

Vietnam - das Fazit



Der goldene Stern vor dem roten Hintergrund scheint einem in diesem Land zur Begrüßung und zum Abschied entgegen. Die Sozialistische Republik Vietnam ist ein unabhängiger Einparteienstaat, der uns automatisch an kommunistische Ideale und Krieg denken lässt. Doch beides spielt im industrialisierten und mopedbetriebenen Alltag der 92 Mio. Einwohner kaum eine Rolle mehr. Wir haben ein Land gesehen, dass uns in den Städten (über)fordert und auf dem Land erstaunt. Wie immer sind es die Menschen, mit ihrer tragischen und wechselhaften Geschichte der letzten Jahrzehnte, die uns in Erinnerung bleiben werden. Die vierte Station unserer Reise ist vorbei.


Hier unser Vietnam in 10 Stichpunkten:

Geschwindigkeit statt Langsamkeit. Die Straßen sind bevölkert von Mopeds, die von Vietnamesen mit Mundschutz gefahren werden und Abgase produzieren, die das Atmen erschweren. Diese Hektik des dichten Verkehrs trifft so manchen Reisenden unvorbereitet.


Jeder, der nach Vietnam kommt, wird zum Suppenesser. So auch wir. Die Pho ist das wahre Nationalsymbol.


Vietnam (ist) Krieg. Der Küstenstaat ist traurigerweise namensgebend für den berühmtesten militärischen Konflikt der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, der ein Sinnbild für das Scheitern einer Supermacht wurde. Vor dem Hintergrund einer weltweiten Protestbewegung wurden Bilder amerikanischer Greueltaten veröffentlicht und Begriffe wie Napalm und Agent Orange zu Synonymen grausamer Kriegsführung. Es ist das vielleicht dunkelste Kapitel vietnamesischer Geschichte, dessen kritische Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen ist.


Für uns war Vietnam Zugfahren. Die 1650km von Norden nach Süden lassen sich am komfortabelsten in einem der vielen Schlafwagen bei einem heißen Instant-Nudelgericht zurücklegen. Wir sind zwar nur langsam vorangekommen, dafür aber vergleichsweise sicher und pünktlich.


Das Land ist härter, rauer und aufdringlicher als der Rest Südostasiens (nirgendwo sonst waren wir Indien wieder so nah). Die vietnamesische Freundlichkeit erschließt sich zumeist nur auf den zweiten Blick. Wer nur einmal hinschaut, dem bleibt sie verborgen.


Uns war heiß. Besonders in den Städten. Die durch die Abgase gefangene luftfeuchte Hitze erschwerte jeden Schritt. Was wir besonders in Vietnam wahrgenommen haben, ist natürlich auch der fortgeschrittenen Reisezeit geschuldet.


Vietnam ist ohne Ho Chi Minh nicht denkbar. Nicht ohne seine Verdienste für ein geeintes Land, nicht ohne seinen mörderischen Guerillakrieg, nicht ohne den Personenkult, der ihn zum Gegenstand hat und nicht ohne sein Antlitz, das jeden Reisenden, wohin er auch geht, begleitet.


Was uns während unserer Zeit in diesem Land begleitete, war ein Verlangen nach zu Hause und Gewohnheit. Ein Gefühl, nicht stark aber allgegenwärtig, das vielleicht nicht so sehr durch Vietnam als vielmehr durch die knapp 80 Tage auf Reisen hervorgerufen wurde. In unser Vietnamfazit gehört es trotzdem.


Ein Weniger an Religiosität. Was in den anderen Staaten Südostasiens orange geleuchtet oder nach Räucherstäbchen gerochen hat, ist in Vietnam nicht mehr sichtbar. Mit Sicherheit eine Folge sozialistischer Herrschaft, die das Land für atheistisch erklärt, kirchliche Gebäude geschlossen und religiöse Führer verfolgt hat. Geblieben ist aber über alle religiöse Grenzen hinweg der vietnamesische Ahnenkult, der in jedem Hausaltar die letzten fünf Generationen ehrt.


An was wir uns erinnern werden: die Verkäufer mit ihren Lautsprechern an den Mopeds, aus denen monotone Werbung für ihre Produkte über die Straßen dröhnt und die sich bis in die nächtlichen Träume schleicht.


Vietnam - Statistik

Unser Vietnam in aller Kürze:

Hier klicken für die Statistik Vietnam

Saigon ins Mekong-Delta

Es geht raus aus der Stadt und in das Mündungsdelta des Flusses, der uns auf unserer Reise schon in Pakse, auf den 4000 Inseln, in Vientiane und in Luang Prabang begegnet ist. Dafür müssen wir um 6:00 Uhr aufstehen, frühstücken und auschecken. Wir werden von einem leeren Bus abgeholt und vermuten bereits richtig, dass sich die Abfahrt aus Saigon noch eine Weile verzögern wird. Zwei andere Fahrgäste aus einem benachbarten Hotel werden eingeladen und dann geht es zu einem Sammelplatz, wo diese aussteigen, während wir noch eine Runde mit dem Busfahrer drehen. In der uns vom Ausflug zu den Cu Chi Tunneln bekannten Seitenstraße halten wir und der Fahrer verschwindet, um schnell etwas zu frühstücken. Etwa 45 Minuten nachdem wir abgeholt wurden steht der Bus wieder am Sammelplatz. Dort müssen wir ihn natürlich verlassen, weil dieser für den Ausflug zu den Cu Chi Tunneln gebraucht wird. Unser neuer Bus ist bereits ziemlich voll und kleiner. Zwei Sitzplätze gibt es für uns noch, aber unsere Rucksäcke müssen im Gang verstaut werden, da in den Kofferraum nichts mehr passt. Dafür haben wir eine nette Reiseleiterin, die uns in gutem Englisch das Tagesprogramm erläutert, während wir endlich aus Saigon rausfahren.

Unser erstes Ziel liegt etwa zwei Autostunden entfernt. Am späten Vormittag kommen wir in My Tho an, eine Stadt, die laut Reiseführer nicht mehr zu bieten hat als ihre Ausflugsboote für die Touristen.


Aber wegen der Stadt sind wir auch gar nicht hier. Vor uns liegt der Mekong, der zehntgrößte Fluss der Welt, und der in dieser Region eines der größten Deltas der Welt bildet. Es ist eine faszinierende Vorstellung, dass das Wasser, das an uns vorbeifließt, bereits 4500km von seiner Quelle in Tibet kommend zurückgelegt hat und sich bald ins Meer ergießt. Es teilt sich hier in zwei große Arme, den Oberen und Unteren Mekong, und unzählige kleine Kanäle. Dank des Wassers ist das Delta reich an Reis, Obst und Fisch. Laut Reiseführer ist Vietnam dadurch der zweitgrößte Reis-Exporteur der Welt.

Wir besteigen eines der zahlreichen Ausflugsboote und bestaunen die Breite des Flussarms, der selbst an den schmalsten Stellen immer noch mindestens 60m breit ist. An unserem Boot ziehen große Frachtschiffe, kleine Longtailboote und kleine Fischkutter vorbei. Letztere sind nicht nur Arbeitsgerät, sondern auch schwimmendes zu Hause. Auf engstem Raum wohnen darauf nicht selten vier oder fünf Personen. Kinder müssen so schnell wie möglich Schwimmen lernen. Die Wäsche hängt zum Trocknen draußen und ab und zu kann man sogar einen kleinen Fernseher im Inneren des Bootes erkennen. 


Der Tag ist inzwischen schon so weit fortgeschritten, dass die Sonne wieder einmal unerbittlich vom Himmel knallt. Wir verlassen unser schaukelndes Boot, um auf einer Insel im Fluss an Land zu gehen. An dieser Stelle steht eine Kokosnuss-Süßigkeitenfabrik. 


Uns wird gezeigt, wie aus Kokosnüssen (die hier zuhauf wachsen) und Zucker leckere Bonbons hergestellt werden. 


Dazu gibt es eine ganz besondere andere Spezialität: Reisschnaps. Er wird in großen Gefäßen aufbewahrt, in die zur Geschmacksverfeinerung eine Schlange (!!) eingelegt wurde. Klingt eklig und sieht auch so aus. 


Walter kann es sich trotzdem nicht verkneifen, ein Gläschen zu probieren und ist dank der 45%igen Flüssigkeit bei 38 Grad für den Rest des Nachmittags bei ziemlich guter Laune.

Von der Süßigkeitenfabrik geht es zur von unserer Reiseleiterin angepriesenen „Kutschfahrt durch ein einheimisches Dorf“. Tatsächlich besteigen wir auch eine kleine Kutsche und die Pferde setzen sich auch in Bewegung. 


Uns gegenüber sitzen zwei freundliche Holländer, die wir als Roel (ausgesprochen Rul) und Leoni kennenlernen und die wie wir mit dem Rucksack durch Asien reisen. Wir haben gerade unsere Namen und Nationalitäten ausgetauscht, da kommt die Kutsche zum Stehen. Verwundert stellen wir fest, dass wir wieder am Ausgangspunkt stehen. Von einem Dorf haben wir nichts mitbekommen, sind aber in Anbetracht der Hitze und des aufkeimenden Hungers nicht besonders traurig, dass wir wieder in den Schatten dürfen.

Es geht zurück aufs Boot und über den Fluss auf eine andere Insel. Beim Mittagessen kommen wir mit Diana und Nikics ins Gespräch. Der Vorteil zur Abwechslung eine Tour zu buchen ist eben, dass man leicht andere Reisende kennenlernen kann. Die beiden kommen aus Lettland, lebten aber zuletzt in Norwegen. Wir tauschen uns über die gefahrenen Routen aus und erfahren von ihnen, dass Hotelpreise in Myanmar sehr hoch sind und die Auswahl gering ist. Nach dem Essen erkunden wir die Umgebung und finden eine kleine Krokodilfarm und ein Dorf. 


Das war es auch schon und es geht wieder zurück aufs Boot und auf die letzte Insel für heute. Statt Kokosnüssen gibt es hier Bienen. In einer Farm werden Honig und viele weitere Bienenprodukte hergestellt und uns angeboten. Es gibt eine Tasse Tee, ein paar Leckereien und wer will, darf sich eine Schlange um den Hals hängen lassen. 


Nach einer kurzen musikalischen Darbietung lokaler Liedkunst steigen wir in kleine Ruderboote und fahren durch enge Kanäle, an deren Ufern Palmen und Schilf wachsen. Ein überraschend schöner Ausklang eines eher durchschnittlichen Tagesprogramms.


Das Boot bringt uns zurück ans andere Ufer zu unserem Bus. An einer nahegelegenen Busstation heißt es aber umsteigen. 


Alle, die nur eine 1-Tagestour ins Mekongdelta gebucht haben, fahren mit unserer Reiseführerin zurück nach Saigon. Wir anderen, die für eine 2- oder 3-Tagestour bezahlt haben, bekommen einen neuen Bus und einen neuen Reiseführer für den zweiten Tag und reisen weiter nach Can Tho, das wir am Abend über eine riesige Brücke erreichen. 


Die Stadt ist die größte im Delta und liegt in der Nähe des Highlights unserer Tour, dem schwimmenden Markt von Cai Rang. Wir werden ihn morgen in aller Frühe anfahren. Heute geht es zunächst ins Hotel, wo wir mit Roel und Leoni zu Abend essen und mehr über China, ihrem ersten Reiseland, erfahren.

Am 22.03. klingelt unser Wecker wie erwartet um 5:30 Uhr. Nach einem kurzen Frühstück geht es an die Uferpromenade und auf ein Boot in Richtung schwimmenden Markt. 


Der Markt von Cai Rang liegt etwa 6km südwestlich und findet, wie der Name schon sagt, ausschließlich auf dem Wasser statt.


Unzählige Boote aller Größen verkaufen und kaufen Waren aller Art. 


Im dichten Gedränge auf dem Wasser finden sich Kähne, die von unten bis oben nur mit Kürbissen beladen sind, die eine große Auswahl an frischem Obst und anderem Gemüse anbieten oder die mit Kleidern beladen sind. 


Rechts und links an unserer Fähre docken wie Piratenschiffe kleine Nussschalen an, die einem frischen Kaffee oder eine geschälte Ananas verkaufen wollen. Wer will kann auf eines der Gemüseboote steigen und sich die den Markt von einer anderen Perspektive anschauen. 



Der schwimmende Markt ist ein beeindruckender Handelsplatz, der durch den mächtigen Mekong geboren wurde. Gleichzeitig ist er Lebensraum und Alltag der vielen Familien, die hinter den Bergen aus Kürbissen auf dem Boot leben und tagein und tagaus nur mit dem Nötigsten auskommen müssen.


Vom schwimmenden Markt fahren wir weiter flussaufwärts und gehen in der Nähe einer Reispapierfabrik an Land. Dort lernen wir wie das Papier aus Reismehl von Hand hergestellt wird und später für Frühlingsrollen oder Teigtaschen Verwendung finden wird. Mit dem Boot fahren wir danach tiefer in das Kanalsystem des Mekongs und halten an einer der zahlreichen Obstplantagen, für die diese Gegend berühmt ist. Wir sehen und probieren uns unbekannte Früchte wie die Jackfrucht (oder Jakobsfrucht), eine Pflanzenart der Maulbeergewächse, die fest und süß ist, aber einen Nachgeschmack von Zwiebeln hat, 


die Wasserkokosnuss oder uns bekannte Exemplare wie die Ananas, 


Mango, Papaya oder Drachenfrucht. 


Beim Obstessen und Eiskaffeeschlürfen lernen wir Dave aus San Francisco und Julia aus Moskau kennen. Die beiden kennen sich aus der Studienzeit in den USA und haben sich in Vietnam getroffen, um ein paar Wochen gemeinsam zu reisen. Dave hat Jura studiert und ist Strafverteidiger in Kalifornien. Wenn es zeitlich passt, können wir auf seiner Couch übernachten, wenn wir in San Francisco sind!

Die Obstplantage war unser letzter Ausflugspunkt heute. Zurück in Can Tho verabschiedet sich unser Reiseführer mit den 2-Tagestour Gästen nach Saigon und steckt uns vorher noch in einen Minivan, der uns nach Chau Doc, an die Grenze zu Kambodscha bringen soll. Von dort haben wir nämlich zusätzlich einen Transfer in die kambodschanische Hauptstadt gebucht. Er versichert uns, dass wir am nächsten Morgen vom nächsten Reiseführer im Hotel abgeholt werden. Wir glauben ihm mal. Die Busfahrt gestaltet sich mit Roel, Leoni, Julia und Dave sehr kurzweilig. Kurz bevor wir Chau Doc erreichen, macht unser Fahrer an einem Berg Halt und gibt uns zu verstehen, dass wir die Treppen hochsteigen und einen Tempel besichtigen sollen. Vor uns liegt der 230m hohe Nui Sam, der als heiliger Ort verehrt wird und viele Tempel und Pagoden beheimatet. Wir besuchen die Tay An-Pagode, die taoistische, hinduistische und islamische Architekturstilrichtungen vereint. 


Man kann hier mehr als 200 Statuen buddhistischer, hinduistischer und taoistischer Gottheiten sehen, die vor dem Tempel stehen oder sich in einer in den Berg führenden Höhle befinden. 


Vom heiligen Berg haben wir einen schönen Ausblick auf die umgebende Landschaft und wir können bereits Kambodscha, unser nächstes Reiseland, sehen.

Kurze Zeit später erreichen wir Chau Doc und werden vor einem Hotel abgeladen, das uns schon erwartet hat. Zu sechst gehen wir in einem benachbarten vegetarischen Lokal essen. 


Man kann dort zwar Schwein, Hackfleisch, Hähnchen oder Insekten bestellen, man kriegt aber lediglich vegetarische, aus tofu-ähnlichen Produkten hergestellte Nachbildungen der Fleischgerichte. Geschmeckt hat es trotzdem. Beim abendlichen Spaziergang durch die Stadt entdecken wir an der Uferpromenade viele Taekwondo- und Karate-Unterrichtskurse für Kinder und Jugendliche, die im Freien stattfinden. Wir feuern die Kämpfenden mit gehörigem Applaus an. Ein paar Stunden später verabschieden wir uns von Dave und Julia, die am nächsten Tag auf die vietnamesische Insel Phu Quoc fahren wollen. Auf Roel, Leoni und uns wartet morgen die Grenzüberquerung nach Kambodscha auf dem Mekong und die Weiterfahrt nach Phnom Penh. Angeblich werden wir um 06:00 Uhr am Hotel abgeholt und zu einem Boot gebracht. Von wem, das ist unklar, aber das werden wir schon noch erfahren, wenn es soweit ist.

Fazit Tage 78 und 79:

Der Mekong ist Südostasien.

Was haben wir heute gelernt? Die Ananas wächst auf dem Boden und entsteht aus dem Blütenstand der Ananaspflanze. Pro Pflanze entsteht nur eine Frucht. Nach der Ernte stirbt die Pflanze ab, es wächst aber meist nebenan eine neue Pflanze heran.