Mittwoch, 23. Januar 2013

Krabi nach Ko Lanta



Fast jedes Hotel und Guesthouse hat in Thailand eine eigene Reiseagentur, die Tickets für Bus- und Bootsfahrten oder für Ausflüge verkauft. Einfach an die Rezeption gehen, Wünsche äußern, Geld zahlen, Ticket bekommen und am nächsten Tag abholen lassen. So haben wir das gestern auch gemacht. Ein Ticket für 2 Personen für insgesamt 600 Baht für die Fahrt mit dem Minivan nach Ko Lanta. Abholung um 10:30 Uhr am Hotel.
Aus einfach wird aber schnell kompliziert, wenn am nächsten Tag eine ganz andere Person am Schalter sitzt und diese nicht weiß, was der Kollege am vorherigen Tag so verkauft hat. Um 10:30 Uhr kommt jemand, der uns zur Fähre bringen will. Wollen wir aber nicht: das Fährenticket kostet 800 Baht. Gut, dann eben mit dem Minivan, wird uns gesagt. Das dauere aber 4 Stunden und ist super umständlich. Verwunderung unsererseits: Gestern waren es noch super einfache 2 Stunden Fahrt. Die erfahrene Hotel-/Reiseagenturmitarbeiterin löst die Situation elegant: sie schreit erstmal den Kunden an, dass sie ja das Ticket nicht verkauft habe und überhaupt, was gehe sie an, was ihr Kollege am Vortag daherredet. Der hartnäckige Kunde weist die nette Mitarbeiterin auf den nicht ganz unwichtigen Aspekt hin, dass sie und ihr Kollege für das Hotel/Reiseagentur arbeiten und das Ticket ja von diesem stammt. Es folgen minutenlange Beratungen mit ihrer Kollegin, etwa 5 Telefonanrufe, genervtes Dreinblicken des Kunden und schließlich die Antwort: wir könnten mit der Fähre fahren. „For the same price?“ Zerknirschter Blick der netten Mitarbeiterin. „Okay, for the same price.“ Easy travelling in Thailand.

Ein Pick-up (nein, kein umgewandeltes Songthaew, ein ganz normaler Pick-up) bringt uns zum Hafen. Auf der Ladefläche zwischen sieben Rucksäcken sitzend lernen wir zwei nette Österreicher, Kati und Alex aus Wien, kennen, die ähnlich wie wir sechs Monate unterwegs sind und bereits vom kambodschanischen und vietnamesischen Alltag berichten können (sie haben die Adresse unseres Blogs erhalten und können jederzeit ihrer namentlichen Nennung widersprechen :) ). Vorfreude stellt sich bei diesem interessanten Ausblick ein.

Eine der Fähren nach Ko Lanta:


Die Bucht von Krabi:


Die Fähre ist in zwei Stunden in Ko Lanta. Zwischendurch halten wir (wahrscheinlich) vor der Küste der Insel Ko Pu. Wer hier aussteigen will, springt einfach auf eines der bereitstehenden Long-tail Boote, die einen auf das Eiland bringen.

Das Ko Lanta Archipel besteht laut Reiseführer (Stefan Loose, Thailand) aus rund 50 kleinen Inseln, von denen nur 3 bewohnt sind. Die namensgebende Hauptinsel besteht eigentlich aus zwei Inseln, deren nördliche (Ko Lanta Noi) aus Mangrovenufern besteht, während die südliche (Ko Lanta Yai) an der Westküste mit vielen Sandstränden aufwartet. Die ersten Siedler des Archipels waren die Urak Lawoi (= Menschen vom Meer), die laut Wikipedia in Thailand (und in unserem Reiseführer) leicht abschätzig Chao Leh (= Leute der See, im Sinne von Seezigeuner) genannt werden. Etwa 95% der heutigen Einwohner sind moslemischen Glaubens.

Die nächsten Stunden stehen unter dem Motto Hotel/Strand-Suche. Wir haben keine Unterkunft vorgebucht und lassen uns erstmal mit einem Tuk-tuk zum Strand Hat Klong Khong bringen. Die Unterkünfte sind zwar okay, allerdings ist der Strand mit toten Korallen gesäumt, die zum Schnorcheln aber nicht zum Schwimmen einladen. Also weiter nach Hat Klong Nin. Nach den ersten schweißtreibenden Metern mit den Rucksäcken und nach einigen Zimmerbesichtigungen wird klar, dass man entweder günstig ein einfaches Bungalow mit Ventilator oder teuer ein Bungalow/Zimmer mit Air-conditioning bekommt. Wir finden leider nichts dazwischen, z.B. etwas einfaches und kleines mit Air-conditioning. Gegen Ende der Straße finden wir ein einfaches Bungalow mit Ventilator, das wir für eine Nacht für ausgehandelte 550 Baht mieten. Das Hotel ist zweigeteilt: Die günstigen Bungalows stehen auf einem kleinen Hang 50m und eine Straße vom Strand entfernt. Die teuren Unterkünfte sind direkt am Strand. Wir können allerdings den Pool am Strand und das entspannte Strandrestaurant mit langsamen WiFi nutzen.

Bilder vom Hat Klong Nin:



Wir wollen uns morgen nach Hotelalternativen umschauen und dann ggf. für ein paar weitere Nächte hier oder woanders verlängern. 


Für heute Abend ist erstmal Entspannung bei Abendessen, Apfel-Mojito (nicht zu verwechseln mit Appletini) und Sonnenuntergang angesagt.




Fazit Tag 21:

Sonnenbrand auf den Schultern und ein 10,5kg Rucksack vertragen sich nicht gut.

Was haben wir heute gelernt? Christina hat ein neues Lieblingslied: Do-Ther-Tum (Doo doo doo) von Job 2 Do. Aber auch Bon Iver und José González lassen sich gut am Strand anhören.

Dienstag, 22. Januar 2013

Khao Lak nach Phang Nga nach Krabi


Heute verlassen wir das Amsterdam Resort Richtung Phang Nga, der Tageszwischenstation. Kees ist so freundlich uns zur Bushaltestelle zu bringen. Obwohl seine Bungalows und Zimmer während unserer Zeit hier immer ausgebucht waren, erzählt er auf Nachfrage, dass sich das Halten der Anlage gerade so rentiert. Es sei ein Halbjahresjob. Er verdient nur in den sechs Monaten der touristischen Saison Geld, während er im restlichen Jahr vielleicht nur 1 Bungalow vermietet. Die klimatisch bedingten Renovierungsarbeiten würden das im Winter verdiente Geld schnell verschwinden lassen.

Die Bushaltestelle ist keine. Wir sollen vor einem zweistöckigen gelben Gebäude am Rand der Straße warten und den vorbeifahrenden Bus heran winken. Als Kees schon weg ist fällt uns auf, dass wir gar nicht wissen wie der Bus heißt oder wie er aussieht. Immerhin die Fahrtrichtung steht fest. Nach einigen Minuten kommt ein busähnliches Gefährt angefahren, das auf unser Winken anhält. Die Rucksäcke werden eingeladen, wir bestätigen den Zielort und steigen ein.
Kees hat uns gesagt, dass wir im Khok Kloi Busbahnhof vor der Halbinsel Phuket in einen anderen Bus nach Phang Nga umsteigen müssen. Prinzipiell eine einfach Anweisung. Leider werden natürlich keine Haltestellen durchgesagt oder können von uns gelesen werden. Hinzu kommt, dass der Bus auch einfach mal am Straßenrand stehen bleibt, um Fahrgäste aussteigen zu lassen oder aufzunehmen. Wir sagen dem Fahrer nochmal, wo wir aussteigen wollen und er nickt desinteressiert. Nach 40 Minuten Fahrt geschieht aber das Wunder, dass der Bus anhält, der Fahrer uns zuruft und wir an der Khok Kloi Busstation aussteigen.
Im nächsten Bus sind wir nicht die einzigen Ausländer. Wir lernen ein älteres holländisches Paar kennen, das aus Bangkok kommend nach Krabi fährt und bis nach Kuala Lumpur in Malaysia reisen möchte. An der Abfahrt zur Phang Nga Bay steigen wir aus. Wir wollen eine Bootsfahrt in die Bucht von Phang Nga machen und die Karstfelsen sehen. Dafür müssen wir noch die 5km zum Pier hinter uns bringen. Nach wenigen Metern an der Landstraße werden wir schon von einem Thailänder angesprochen, der uns günstig für 200 Baht hinbringen kann. Aus indischer Erfahrung lehnen wir dankend ab. Das nächste Angebot kommt 100m weiter: 60 Baht und er hat ein Boot, dass mit uns die Tour machen kann.

Am Pier angekommen handeln wir den Ausflugspreis von 2500 Baht auf 1200 Baht für zwei Personen runter (dank Kees hatten wir eine realistische Preisvorstellung) und hatten für die nächsten drei Stunden ein ganzes „Long-tail boat“ für uns alleine.

Long-tail boats sind südostasiatische schmale Langboote, deren Besonderheit die lange Propellerwelle am Heck ist.


Die Bucht von Phang Nga ist ein beliebter Ausflugsort und wartet mit Mangroven bewachsenen Ufern und interessant aussehenden Inseln aus Karstfelsen auf. 





Die bekannteste dieser Inseln ist Khao Ping Kan, die ursprünglich aus einem Felsen bestand und in zwei Teile zerbrochen ist. Vor der Insel befindet sich die kleine „Felsnadel“, die durch den James Bond Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ berühmt geworden ist. Schon die zweite Sehenswürdigkeit aus einem James Bond Film, den wir beide nicht gesehen haben.


Spannend ist auch der Halt auf Ko Panyi, ein von Moslems bewohntes Fischerdorf, das auf Stelzen steht und vor einen Felsen gebaut wurde. 



Die Einwohner sind vor etwa 200 Jahren aus Malaysia eingewandert. Der Tourismus hat den Fischfang als wichtigste Einnahmequelle wohl abgelöst, so jedenfalls unser Eindruck. Imposant ist der Bau einer riesigen Moschee mitten im Dorf.




Zurück am Pier genehmigen wir uns ein Mittagessen und suchen wieder ein Verkehrsmittel, um zum Phang Nga Busbahnhof zu kommen. Diesmal fahren wir mit einem „Songthaew“. Ein Sammeltaxi, das aus einem alten Pickup gebaut wird. Man überdacht einfach die hintere Ladefläche, fügt zwei Sitzbänke an den Seiten hinzu und sammelt Fahrgäste unterwegs auf, bis das Taxi voll ist. Mit dem Bus vom Busbahnhof fahren wir etwas weniger als 1 ½ h bis wir in einem Vorort von Krabi rausgelassen werden. Jetzt noch einmal mit dem Songthaew und schon sind wir in der Straße, in der wir eines der vielen Hotels für die Übernachtung wählen wollen.

Wir finden ein Doppelzimmer für 450 Baht (= ca. 11 €) für die Nacht und sind von der im Vergleich zu Indien herausragenden Sauberkeit begeistert. Es war eine gute Idee, Indien zuerst zu bereisen :)

Am Abend besuchen wir den bekannten Nachtmarkt in Krabi. 


An der Uferpromenade entsteht jeden Abend nach Sonnenuntergang eine mobile Fressmeile, auf der in Dutzenden von Imbissen günstige thailändische Leckereien für Einheimische wie für Touristen verkauft werden. Wir zahlen 35 bzw. 40 Baht (40 Baht = 1 €) für unsere Hauptgerichte, die sehr gut schmecken.

Plan für morgen: Wir verlassen Krabi schon wieder und fahren mit dem Minivan ab 10:30 Uhr auf die (Halb-?)Insel Ko Lanta, auf der wir uns einen ruhigen und nach Möglichkeit leeren Strand für ein Paar Tage Aufenthalt suchen wollen.

Fazit Tag 20:

Krabi gefällt uns. Eine nette kleine Stadt mit vielen Restaurants und Kneipen.

Was haben wir heute gelernt? Wie interessant das Bus-Innenleben aussieht. Bislang war jeder Bus mit mindestens einem funktionierenden Fernseher ausgestattet, auf dem thailändische Musikclips liefen, die passenderweise den Songtext zum Mitsingen eingeblendet hatten. Die Busse heute waren alle klimatisiert. Die Fahrerkabine ist mit einer Tür vom restlichen Teil abgetrennt. Der Fahrer fährt nur, ein mitfahrender „Schaffner“ hilft beim Gepäck einladen und verkauft bzw. kontrolliert die Tickets.

Montag, 21. Januar 2013

Khao Lak - Tag 3

Beim Frühstück planen wir, wohin unsere Reise in den nächsten Tagen gehen soll. Wir beschließen morgen früh mit Bus in den Süden nach Phang Nga zu fahren, wo wir die schöne Landschaft mit Karstfelsen in der Bucht sehen wollen. Falls wir es zeitlich schaffen, fahren wir noch am selben Tag weiter nach Krabi. Von Krabi wollen wir dann weiter auf die Insel Ko Lanta, die unser südlichster Punkt der Thailandreise werden soll.

Heute sind wir im Vergleich zu gestern aktiver und besuchen den nahegelegenen Wasserfall Sai Raun.



Der Wasserfall liegt außerhalb der Nationalparks und ist daher kostenlos. Er wird an Wochenenden gern von Einheimischen besucht. Zu Mittagessen gibt es für uns fried rice with pineapple bzw. cashewnuts.

Vom Wasserfall fahren wir an einen der weißsandigen Strände in Khao Lak, den White Sand Beach bei Hat Ao Thong. Der Strand ist wirkt sehr touristisch mit seinen vielen (belegten) Liegeplätzen, netten Strandbars und Massagehütten direkt am Meer.




Wir verlassen Hat Ao Thong und kommen noch zum Pakkarang Cape. 


Diese Landzunge ist zwar zum Baden wegen der vielen toten Korallen nicht geeignet, bietet aber einen schönen Blick auf die umgebende Landschaft und ist bei Ebbe ein beliebter Ort zum sammeln von Muscheln und beobachten von Krabben.



Am Abend wird wieder hart gearbeitet:


Fazit Tag 19:

Die tollen Strände gepaart mit der üppigen grünen Vegetation und der abwechslungsreichen hügeligen Landschaft beeindrucken.

Was haben wir heute gelernt? In Thailand leben knapp 70 Mio. Menschen. Sie leben in einer konstitutionellen Monarchie, in der König Bhumibol Adulyadej das Staatsoberhaupt ist. Der König ist sehr beliebt und in nahezu jedem Geschäft, Restaurant oder öffentlich zugänglichen Gebäude sieht man ihn auf einem Poster abgedruckt.

Sonntag, 20. Januar 2013

Khao Lak - Tag 2

Aufwachen.

Frühstücken.

Durch die Lagune wandern.

An den Strand legen.

Sonne tanken.

Essen.

Schlafen.


Samstag, 19. Januar 2013

Khao Lak

Wer oder was war nochmal Indien?

Das Amsterdam Resort vermittelt das Gefühl von Urlaub. 


Wir frühstücken (klassisch: scrambled eggs, bacon, 2 Toasts, Kaffee und Saft) und erkunden danach den Strand. Auf den 300m zum Meer wird deutlich, dass dieser Teil von Khao Lak sicherlich keine einsame Bucht ist, aber die Touristenzahlen halten sich (um diese Zeit) in Grenzen. Wandert man am Strand zur nächsten Lagune und durchquert sie (nur 1m tief), wird es schon leerer. In vereinzelten Strandbars kann man es sich gutgehen lassen.



Aufpassen: Währungsänderung. Aus indischen Rupien sind hier thailändische Baht geworden. Ca. 40 BAHT entsprechen 1 €. Das Preisniveau ist hier höher als in Indien, allerdings haben wir keinen Fahrer mehr, sodass unser zur Verfügung stehendes Tagesbudget gleich bleibt.

Beim Anblick des Meers musste Walter erstmal zur Abkühlung ins türkisblaue Nass springen:



Nach der Abkühlung geht es auf den Markt um die Ecke. An den Imbissbuden gönnen wir uns die ersten frittierten Leckereien. 


Wirklich exotisches Essen ist noch nicht dabei, aber scharf (eine andere Schärfe als in Indien) ist es allemal.



Um auch optisch in Thailand anzukommen und uns an die veränderten klimatischen Verhältnisse anzupassen, gibt es für Christina die erste wichtige Anschaffung: ein Sarong (im Bild vor unserem Bungalow sitzend). Das ist ein im südasiatischen Raum verbreitetes Stofftuch, das gewickelt als Rock getragen werden kann.


Bei Walter hingegen kommt nichts hinzu, sondern etwas weg! Vielleicht seht ihr ja die Veränderung auf dem Bild:


Khao Lak heißt eigentlich „Pfahl Berg“ (wobei Khao wohl Berg heißt), wird aber synonym gebraucht, um die Vielzahl an Stränden in diesem Gebiet zu bezeichnen. Es hat am 26. Dezember 2004 traurige Berühmtheit erlangt, als ein heftiger Tsunami verheerende Schäden anrichtete.

Hinweisschilder und Evakuierungstafeln erinnern daran:




Auch das Amsterdam Resort wurde durch den Tsunami vollständig zerstört. Kees hat die Flutwelle überlebt und seinen Erfahrungsbericht auf seine sehr informative Homepage gestellt. Eine seiner Gäste kam vom Strand auf die Anlage gerannt und berichtete von einem Beben in Südthailand und dass sich das Meer wie in einem Kinofilm weit vom Ufer zurückgezogen hätte. Als sie das näherkommende Donnern hörten, verließen sie die Anlage und schafften es noch 40m weiter landeinwärts auf das Dach einer anderen Hotelanlage. Oben angekommen stand das Amsterdam Resort bereits 6m unter Wasser. Das Dach hielt der Last der Menschen stand und alle, die es nach oben geschafft haben, wurden gerettet. Kees baute nach dem Unglück die Anlage mit einfacherer Ausstattung wieder auf.

Wie der Name der Anlage verrät kommt Kees aus den Niederlanden. Er ist nach eigener Angabe schon seit zwanzig Jahren in Thailand, mit einer Thailänderin verheiratet, in Wirklichkeit aber ein wahrer Globetrotter. Neben Reisen in Europa, einem 9monatigen Aufenthalt in Indien, Geschichten aus anderen asiatischen Ländern, hat er auch Kenntnisse über Autofahrten auf dem Landweg von Europa über Russland und Kasachstan nach Südostasien. Und das hat sich nur in unseren Gesprächen mit ihm herausgestellt. Er spricht niederländisch, deutsch, englisch, thai und französisch (jedenfalls soviel wir wissen). Kees ist aber vor allem unglaublich hilfsbereit. Er beantwortet Fragen zu Routenplanungen, gibt Tips welche Orte man sehen sollte und welche nicht, organisiert Tagesausflüge und bringt einen kostenlos zur richtigen Bushaltestelle, wenn man weiterreisen möchte. Ein toller erster Stop in Thailand. Wir verlängern daher unseren Aufenthalt und werden insgesamt vier Nächte hier verbringen.

Fazit Tag 17:

Die Thailänder entsprechen bislang dem gängigen Stereotyp eines freundlichen und immer lächelnden Volkes.

Was haben wir heute gelernt? Um unseren Dank auszudrücken sagen wir nicht mehr das indische „dhanyavaad“ (von uns „dhanjevad“ ausgesprochen), sondern das thailändische „kop khun khrap“ (männlich) oder „kop khun kha“ (weiblich).

Freitag, 18. Januar 2013

Sawadie khrap! / Sawadie kha!


Delhi nach Bangkok nach Phuket nach Khao Lak.


Delhi kann seine Trauer über unseren Abschied nicht verbergen: dunkle Wolken ziehen auf, es hat die ganze Nacht geregnet und Hagelschauer begleiten uns zum Flughafen.

Wir verabschieden uns von unserem treuen TATA Indigo und vom immer pünktlichen und freundlichen Rajendro Kumar Lahori. Hier nun endlich das vielfach gewünschte Foto von beiden:


Der Indira Gandhi Flughafen in Delhi ist mit Abstand der sauberste Ort in ganz Indien. Ein schützender Kokon, der einen zurück in die westliche Welt bringt. 


Um einzutreten, muss man jedoch zunächst die schwer bewaffneten Sicherheitskräfte am Eingang überwinden, die nur Personen mit Flugtickets einlassen. Unser Problem: Eigentlich haben wir keine Tickets. Normalerweise identifizieren wir uns mit unseren Reisepässen und alle Daten erscheinen elektronisch. Unser ursprünglicher Ausdruck mit den Flugzeiten hilft auch nicht weiter, wir verlassen Delhi ja 5 Tage früher als geplant. Die Sicherheitskräfte lassen einen Mitarbeiter von Thai Airways kommen, der mit unseren beiden Reisepässen verschwindet. Ein gutes Gefühl. Nach 10 Minuten kommt er aber mit unseren Boarding Tickets (und unseren Reisepässen) wieder und wir sind drin.

Der Airbus A330 der Thai Airways bringt uns nach einem holprigen Start und 3h30 Flugzeit sicher ins 30° warme Bangkok. Im Flieger waren wir die Exoten. Nach einer kurzen Wartezeit steigen wir in unseren Anschlussflug (1h Flugzeit) nach Phuket. Einer von täglich 9 Fliegern von Thai nach Phuket. Hier sind wir keine Exoten mehr.

Thailand begrüßt uns mit 25° um 21 Uhr am Abend. Und wir müssen uns natürlich auch umstellen. Statt Namaste heißt es jetzt „Sawadie khrap“ (das zweite Wort wohl „kap“ ausgesprochen) oder „Sawadie kha“ (das zweite Wort mit langem „a“ am Ende). „Khrap“ ist die höfliche Satzendung, die Männer benutzen, wenn sie Thai reden und „kha“ das Pendant für Frauen.

Wir wollen nicht im touristischen Phuket bleiben und haben den Abholservice unseres Hotels in Anspruch genommen. Unser Fahrer (in einem amerikanisch anmutenden SUV) bringt uns in einer Stunde ins 60km nördlich von Phuket ebenfalls an der Andamanenküste gelegene Khao Lak, genauer gesagt an den Bang Niang Strand. 
Unsere ersten Eindrücke: die Sauberkeit! Die Straßen, die Häuser, die grünen Flächen sind alle sauber und kein Müll ist zu sehen. Was für ein Unterschied zu Indien. Hier zeigt sich, dass alles relativ ist und wir unser Umfeld mit dem vergleichen, was wir die letzten Wochen gewöhnt waren. Würden wir diese Sätze schreiben, wenn wir direkt aus Deutschland kämen?
Wie dem auch sei, neben der Sauberkeit fällt die volle grüne Vegetation ins Auge. 


Die Verständigung auf Englisch mit dem Fahrer klappt nicht mehr so gut. In Thailand herrscht auch Linksverkehr. Unser Fahrer fährt gefühlt übervorsichtig: Auf der Strecke nach Khao Lak laufen zwei Hunde über die Straße. Jedes Mal bremst er sofort stark und fährt mit Schrittgeschwindigkeit weiter. Raj hätte die Geschwindigkeit beibehalten und den Hund (und noch eine Kuh) elegant umfahren. Wir hoffen, die Gewöhnung an die indische Fahrweise wird bald nachlassen.

Unser Hotel heißt Amsterdam Resort und wird von Kees van Dobben, einem unfassbar engagierten niederländischen Auswanderer, geleitet. Zu ihm aber bestimmt die nächsten Tage mehr. Unser Zimmer bietet uns einen ungewohnten Anblick: saubere Laken, Dusche mit richtig warmem Wasser und gutem Strahl und einer Klimaanlage. Wir schlafen die erste Nacht nicht in unserem Schlafsack.

Fazit Tag 16:

Thailand ist warm und grün.

Was haben wir heute gelernt? Die typische indische Begrüßungs- und Dankesgeste (das Aufeinanderlegen der Handinnenflächen vor dem Körper mit Fingerspitzen Richtung Himmel) ist auch hier verbreitet. Wir müssen uns also nicht umstellen.

Indien - die Statistik

Nach dem schriftlichen nun noch ein statistisches Fazit über Indien. Wir versuchen die Statistik fortwährend zu aktualisieren und nach jedem Reiseland neu einzustellen.




Donnerstag, 17. Januar 2013

Indien - das Fazit

Ein Urteil über ein Land zu ziehen, dessen geographische Ausmaße ihm die Bezeichnung „Subkontinent“ eingebracht hat, ist nach nur 16 Reisetagen in nur drei Bundesstaaten eigentlich unmöglich. Wir machen es trotzdem. Wohlwissend, dass wir nur eine eingeschränkte, vielleicht oberflächliche Sicht auf unsere Umwelt hier hatten.


Die erste Station unserer Reise ist vorbei. Wir hatten eine anstrengende, abwechslungsreiche und interessante Zeit, in der wir schöne und leider auch traurige Momente hatten. Insgesamt sind wir aber froh in Indien gewesen zu sein und werden das Land und die Leute in guter Erinnerung behalten. Auch weil es keine marodierenden Banden gab (Gruß nach Unna) und von dressierten Äffchen nichts zu sehen war (Gruß nach Rotenburg).


Hier unser Indien in 10 Stichpunkten:

Die Diskrepanz zwischen Werbung / Fernsehen und der Realität ist immens. Werbetafeln in den Städten zeichnen ein Bild eines Lebens, das wir so nicht gesehen haben. Fernsehsendungen und die berühmten Bollywood Filme spielen in einer Traumblase aus guter Laune, Musik und guten alten Werten.


Nicht jeder, der nach Indien reist, bekommt Durchfall. Unseren Bäuchen geht es gut.


Plastik ist der Untergang der Natur, wenn nicht sogar der Menschheit. Das denkt man zumindest, wenn man den herumliegenden Müll sieht. Überall leere Plastikverpackungen und -überreste, die nicht zersetzt und schon gar nicht aufgeräumt werden. Es ist nicht nachvollziehbar, wie ein Land in diesem Müll leben kann.


„Where you from? Are you married?“ Die beliebte erste an uns gestellte Frage wurde erstaunlich häufig und erstaunlich frech von der zweiten Frage gefolgt. Selbst wildfremde Tankstellenmitarbeiter während eines 5minütigen Toilettenstops interessieren sich ziemlich stark für unseren genauen Beziehungsstatus. Es erschien uns im Laufe der Rundreise oft leichter und angebrachter die Frage mal besser mit einem „Yes“ zu beantworten.


Das menschliche Potenzial dieses Landes ist riesig. Und überhaupt nicht ausgeschöpft. Wenn es einer Regierung gelingen würde, die Masse der eigenen Bevölkerung besser auszubilden und ihr eine adäquate wirtschaftliche Perspektive zu bieten, dann scheint es nicht abwegig, dass Indien die nächste Weltmacht neben den USA und China wird.


Unsere wichtigsten und wertvollsten Güter: Klopapier und Ohropax.


Der Gegensatz zwischen dem lauten und wilden Durcheinander der Straße und der Ruhe und Langsamkeit der Hotels ist immer wieder erstaunlich. In Bikaner ist uns das besonders aufgefallen.


Der schlechteste Einfall, den wir (okay, sind wir ganz ehrlich: einer von uns hatte den Einfall, der andere musste ihn ausbügeln!) auf der Rundreise hatten: In unserem Hotel in Jaipur öffnete einer von uns alle Fenster des Zimmers, um, prinzipiell löblich, frische Luft herein zu lassen. Leider wurde übersehen, dass direkt neben dem Hotel eine Art schwimmende Müllhalde existierte und so fanden innerhalb weniger Minuten geschätzte 200 Fliegen und andere Insekten den Weg in unser Zimmer. Der Einsatz des Ventilators und der FlipFlops war erfolglos. Auch das Internet schlug keine nachahmenswerte Lösungen vor (wen die absonderlichen Vorschläge interessieren, der google „wie kriege ich Fliegen aus meinem Zimmer?“). Am Ende erinnerten wir uns an unser Insektenspray und konnten so der Plage ein Ende setzen.


Indien ist Masala und Tamasha. Eine Kultur wie eine Gewürzmischung und „wirres Durcheinander, lärmendes Treiben voller Aufregung und Streit“ (siehe Trojanow, S. 98). Ein Land gekennzeichnet durch Extreme. Ein Land, das einen betört und gleichzeitig anwidert. Ein Land, das kein Urlaubsland, aber ein tolles berauschendes Reiseland ist. Hat es sich gelohnt herzukommen? Ja!


Was wir jetzt schon vermissen: das leckere scharfe Essen!