Montag, 4. März 2013

Luang Prabang - Tage 3 und 4


Scrambled eggs, scrambled eggs und immer wieder scrambled eggs. Dazu ein kleines Baguette, das mit seinem kross gebratenen und wohlriechenden Verwandten in Paris nicht viel gemein hat. Eine Portion Butter und Marmelade und schon ist das Frühstück auch hier komplett. Wer mag es uns da verübeln, dass wir heute auf das hoteleigene petit déjeuner verzichten und uns in der Stadt etwas anderes gönnen. Im Bakery/Café Joma gibt es für uns ein leckeres Bagel mit cream cheese, Salat und Schinken und ein „Reuben“, ein getoastetes Vollkornsandwich mit Pastrami, Sauerkraut (!) und Käse (!!). Zum Nachtisch bestellen wir einen Fruchtsalat in Joghurt und Müsli. Wohltuende Abwechslung (,die ihren Preis hat).

Heute ist noch etwas anders als sonst. Wir können zuerst gar nicht verstehen, warum es plötzlich überall so dunkel ist, bis unser Blick nach oben wandert und wir eine dichte Wolkendecke über uns sehen. Das erste Mal seit langem scheint nicht die Sonne. Wir genießen das mildere Wetter und sparen uns jedes weitere Wort beim Gedanken an den Jahrhundertwinter in Deutschland...

Gestärkt vom leckeren Frühstück geht es zum Wat Xieng Thong, dem ältesten Tempel der Stadt.


Eintritt kostet 20.000 Kip (ca. 2 €) pro Person. Er wurde im 16. Jahrhundert von König Setthathirat erbaut und ist Ausdruck des klassischen Architekturstils von Luang Prabang. Das Zentrum der Anlage ist die Ordinationshalle, mit ihrem gestaffelten Dach. 


Ein Besuch von Xieng Thong lohnt sich. Die Tempelanlage war kaum besucht und hat eine angenehme Ruhe ausgestrahlt. Es ist sicher nicht der prachtvollste buddhistische Tempel, aber unserer Meinung nach dennoch einer der schönsten.



Im Ho Phra None, der „Roten Kapelle“, neben der Ordinationshalle befindet sich vor dem Buddhabildnis eine kleine Steinskulptur auf einem Kissen. Laut Reiseführer darf sich, wer es auf Knien schafft, die Skulptur auf Brusthöhe hochzuheben, etwas wünschen. Es sei nur gesagt: Sie ist deutlich schwerer, als das Bild sie aussehen lässt!


Vom Wat Xieng Thong ging es zum goldenen That Chomsi. Dafür müssen wir auf den höchsten Punkt Luang Prabangs steigen, den 100m hohen Hügel Phou Si. Wir wählen den Aufstieg von Norden am Wat Pa Khe aus, der an einem Schrein mit einem heiligen (riesigen) Fußabdruck Buddhas vorbeiführt.



Von hier hat man eine schöne Aussicht auf den kleinen Nam Khan. 


Weiter bergauf kommt man zu einem Tempel vor einer kleinen Höhle, bevor man den That Chomsi erreicht. 



Der That thront mit 21m Höhe auf der Spitze des Berges. Die ihn umgebende Plattform bietet einen tollen Ausblick auf Luang Prabang. 


Neben dem That gibt es einen schönen kleinen buddhistischen Tempel, der der höchstgelegene der Stadt ist. Walter kauft bei einer älteren Laotin ein Gesteck aus Bananenblättern und Räucherstäbchen (für 5.000 Kip), das man knieend vor die Buddha-Statue stellen kann. Ein einsetzender kräftiger Regenschauer lässt uns die nächste Stunde mit ein paar anderen Laoten im Tempel mit Blick über die Stadt verbringen.

Am Abend holen wir unsere Rucksäcke und wechseln die Unterkunft. So günstig das Guesthouse auch war, so häufig wurden wir nachts oder am Morgen durch andere Gäste, Mitarbeiter, Hunde, Hühner oder Kinder geweckt. Unser neues Hotel heißt Luang Prabang Paradise Resort und kommt uns tatsächlich wie eine Paradiesanlage vor. Mit einem tollen Pool und unfassbar freundlichen Mitarbeitern ausgestattet, bietet das Hotel schöne und saubere Bungalows. 


Zu unserer großen Überraschung haben wir sogar wieder eine Duschkabine! Für 27 € die Nacht inklusive Frühstück ein sehr faires Preis-Leistungsverhältnis.

Vom Frühstück können wir uns am nächsten Morgen gleich überzeugen. Es gibt ein kleines Buffett, mit Toast, Pancakes, Cornflakes und deftigem fried rice oder Nudelgerichten. Und selbstverständlich kann man dazu das obligatorische Frühstücksei in der jeweiligen Lieblingsform (scrambled, fried, omelette) bestellen. Aber richtig zuschlagen können wir diesen Morgen nicht, denn es geht gleich zur Aktivität des Tages: Wir machen einen laotischen Kochkurs.

Nach unserer tollen Erfahrung bei Shashi in Indien wollen wir daraus gerne eine kleine Reisetradition machen. Im Tamarind Restaurant buchen wir den Halbtageskochkurs für 270.000 Kip pro Person (ca. 27 €). Wir treffen uns um kurz vor 9:00 Uhr mit den anderen neun Teilnehmern zu einem Begrüßungstee im Restaurant in der Innenstadt. Eine freundliche und englischsprachige Runde hat sich eingefunden: eine fünfköpfige Reisegruppe aus Melbourne, ein kanadisches Ehepaar, das mehrere Jahre in Neuseeland gelebt hat und ausgiebig Indien bereist hat, und zwei google-Mitarbeiter, die aus Holland bzw. Indien stammen und in Dublin leben. Unser englischsprechender Kochlehrer für den Tag heißt Joy. Er führt uns zunächst auf den lokalen Großmarkt. 


Hier findet sich alles an Frischwaren, was das laotische Herz begehrt. 


Der Marktbesuch war sicherlich ein Highlight des Tages. Wir spazieren durch die engen Gassen und Joy zeigt und erklärt uns die unterschiedlichen lokalen Lebensmittel. 


Man sieht große Körbe mit verschiedenen Reissorten, 


Fischsaucen, die zum Würzen verwendet und mitunter 1 Jahr (!) eingelegt werden, 


und eine Frischfleischtheke, die vielleicht den einen oder anderen zum Vegetarier machen könnte. Die Tiere (vorwiegend Büffel, Schwein und Hühnchen) werden gegen 01:00 Uhr geschlachtet, aus den Dörfern in die Stadt gefahren und ab 04:00 Uhr auf dem Markt verkauft.


Vom Markt fahren wir mit Tuktuks in die Kochschule, die außerhalb der Stadt liegt. In einer idyllischen Umgebung mitten im Grünen neben einem kleinen Teich befindet sich die Schule, die für jeden einen Kochplatz bietet. 



Joy bringt uns bei, wie man eine Chili-Paste macht, die mit sticky rice gegessen wird. Danach bereiten wir „Mok Pa“ zu, marinierten Fisch, der in Bananenblätter eingewickelt über einem Kohlegrill gegart wird. 


Das zweite Gericht ist das „stuffed lemongrass“, Zitronengras gefüllt mit Hähnchen. Und es darf auch nicht das laotische Nationalgericht, das „Laap“ fehlen, ein frischer Salat mit Minze und Rindfleisch. 


Zu allem gibt es natürlich sticky rice. Jeder darf am Ende seine eigenen Werke essen und erstaunlicherweise scheinen alle Gerichte gelungen zu sein. 


Uns hat übereinstimmend der Fisch in den Bananenblättern am besten geschmeckt. Bleibt nur noch die Frage wo wir in Deutschland Bananenblätter auftreiben? Zum Nachtisch machen wir, wer hätte es anders gedacht, süßen (roten) Reis, den man mit Kokosstreusel oder frischen Fruchtstücken garnieren kann. Schmeckt deutlich besser, als es sich vielleicht anhört. Mit vollen Bäuchen und einem Rezeptbuch in der Hand verabschieden wir uns von Joy und seiner tollen Kochschule und fahren zurück ins Hotel. Für den Rest des Tages ist Verdauen angesagt...

Fazit Tage 60 und 61:

Reisen geht auch durch den Magen.

Was haben wir heute gelernt? „Sticky Rice“ oder Klebreis ist eine Reissorte, die beim Kochen stark verklebt. Es ist ein Hauptnahrungsmittel in Laos, das meistens morgens in großen Töpfen zubereitet und über den Tag verteilt gegessen wird. Der Klebreis wird in Bambusbehältern oder Bananenblättern aufbewahrt.

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