Donnerstag, 28. Februar 2013

Vang Vieng nach Luang Prabang



Der Bus ist heute ein Minivan. Klingt komfortabler, ist es aber nicht. Wir werden aber fast pünktlich vor unserem Hotel abgeholt. Christina nimmt nach ihren Erfahrungen mit der letzten Busfahrt sicherheitshalber eine Reisetablette, macht es sich hinten neben dem gestapelten Gepäck gemütlich und kennt die folgenden Stunden auch nur aus Erzählungen. Walter sitzt zwei Reihen weiter vorne. Die anfängliche Freude genug Platz zu haben verblasst schnell, als ca. 20 min nach Abfahrt in einem kleinen Vorort ein älteres laotisches Pärchen zusteigt. Unsere Rucksäcke und Beine müssen weichen, denn für die beiden werden die Notsitze ausgeklappt. Mal sehen wie sie die Fahrt überstehen werden, denn in anderen Reiseberichten liest man immer wieder, dass gerade die Einheimischen mit der Strecke zu kämpfen haben. Von den nächsten sechs Stunden geht es nämlich fünf Stunden ununterbrochen gewundene Serpentinen den Berg hoch und wieder runter. Aus dem laotischen Tiefland fahren wir in das gebirgige Nordlaos. Die Straße wird schmaler, die Steigungen größer. Vor den Kurven wird gehupt, denn manchmal fährt man auf der Gegenfahrbahn, wenn der Untergrund dort besser ist.


Die Landschaft ist auf jeden Fall wunderschön. Wir sehen tiefe Täler, grüne geschwungene Berge und kleine langgezogene Dörfer, die auf den Hügelspitzen sitzen. Die Kinder auf den Fahrrädern sind aber um ihren Schulweg nicht zu beneiden. Mit dieser beschwerlichen aber zugleich beeindruckenden Anfahrt wächst unsere Vorfreude auf Luang Prabang. Man hat das Gefühl, sich einer abgelegenen Stadt zu nähern, die sich inmitten eines schützenden Gebirges befindet. Wieder ein Stück Abenteuer, das man durch einen Flug, den es nach Luang Prabang natürlich gibt, nicht erleben würde.


Anderer Meinung sind nach zwei Stunden sicherlich Walters laotische Sitznachbarn. In weiser Voraussicht haben sie den Fahrer kurz nach dem Zusteigen gebeten, am nächsten Straßenstand anzuhalten und ein paar Plastiktüten zu erwerben. Der Laote hat sich dann gleich eine geschnappt, den Kopf vornübergebeugt in die Arme gelegt und die Augen geschlossen. Nicht unbedingt die beste Herangehensweise, um Übelkeit zu vermeiden. Und so war es wenig verwunderlich, als besagte zwei Stunden nach Fahrtantritt sein stetes Stöhnen anderen Geräuschen wich und die Plastiktüte zum Einsatz kam. Löblich war aber durchaus, dass er sich eine Plastiktüte genommen hat. Seine neben Walter sitzende Ehefrau hatte mit einer auf den Mund gepressten Hand offensichtlich auch mit dem schwankenden Bus zu kämpfen, verzichtete aber darauf, eine Plastiktüte griffbereit zu haben und vertraute lieber ihrem eisernen Willen. Glücklicherweise blieb eine Kettenreaktion aus.

Nach weiteren vier Stunden Fahrt nahmen die Serpentinen ein Ende und eine fast gerade Straße führte uns in die alte Königstadt Luang Prabang. Die beiden Elemente, die das Stadtbild prägen, sind bei einem ersten Spaziergang gleich zu erkennen: mehr als 30 aktive buddhistische Klöster und unter Denkmalschutz stehende französische Kolonialarchitektur. Luang Prabang ist aufgrund seiner kulturhistorischen Bedeutung seit 1995 UNESCO-Weltkulturerbe. Wir haben den Eindruck, in einer heißen, lebendigen und sympathischen 47.000 Einwohner zählenden Stadt gelandet zu sein. Die große Auswahl an Besichtigungen und Aktivitäten lässt auf ein paar spannende Tage hoffen.


Fazit Tag 57:

Beim Busfahren nicht nach unten schauen.

Was haben wir heute gelernt? Laos ist bergig. Etwa drei Viertel des Landes besteht aus Gebirgszügen und Plateaus. Die Annamitische Kordillere (oder Truong-Son-Gebirge) bildet im Osten eine natürliche Grenze zu Vietnam und sorgt mit seinen bis zu 2500 Höhenmetern dafür, dass Taifune das Land nicht erreichen.


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