Mittwoch, 27. Februar 2013

Vang Vieng - Tage 1 und 2


Wir können es kaum glauben. Aber es steht eindeutig vor uns auf dem Frühstückstisch in einer kleinen Schale. In unserem Hotel ist das Frühstück bei Zimmerbuchung wieder inklusive und wir dürfen zwischen verschiedenen Gerichten wählen. Und unsere Wahl fällt auf: Müsli mit Joghurt. Was für eine Wohltat nach den weißbrot- und eierlastigen Tagen zuvor.


Heute ist Klettern angesagt. Mit Adam von Adam's Climbing School fahren wir für eine Halbtageseinheit zu einer geeigneten Karstfelswand. Die Klettertour kostet inklusive Ausrüstung 180.000 Kip pro Person, also etwa 18 €. Adam hat eine Zeit lang in Freiburg gelebt und geklettert, bevor er nach Krabi in Thailand gegangen ist. Als die Bäuche der Touristen dort immer dicker wurden und die Kletterinteressierten immer weniger, ist er wieder zurück nach Laos gegangen und hat jetzt seine Schule in Vang Vieng. Mit dem Auto geht es bis zu einem Fluss kurz vor der Felswand. 


Ein Fährmann (!) bringt uns in kleinen Gruppen auf die andere Seite. Wenige Meter weiter wartet die ca. 20m hohe Karstwand, die es zu bezwingen gilt. 


Eine kurze Einführung von Adam in die Sicherungstechnik des Vorstiegs und toprope und schon kann es losgehen. 


Die porösen Karstfelsen eignen sich hervorragend zum Klettern, da man sich in den vielen Spalten gut festhalten kann. 


Wir müssen uns bei unserem ersten Aufstieg erstmal an die Höhe gewöhnen. Die Indoor-Kletterhallen in Hamburg sind da doch kleiner. Danach können wir aber die insgesamt fünf verschiedenen Routen, die Adam uns zeigt, genießen.

Froh, nur die Halbtagestour gebucht zu haben, entspannen wir den restlichen Tag in einem der vielen Restaurants mit Liegefläche. Und was passt richtig gut zu so einem relaxten Nachmittag? Genau, ein paar Folgen „friends“ im Fernsehen gucken. Diese Serie läuft hier nämlich aus irgendeinem unerfindlichen Grund in allen Restaurants auf großen Flatscreens von der ersten Folge der ersten Staffel bis zur letzten Folge der letzten Staffel in Endlosschleife auf Englisch den ganzen Tag. Es hat aber auch etwas Vertrautes, dass man am anderen Ende der Welt ebenfalls verfolgt, ob Ross und Rachel endlich zueinander finden.


Am nächsten Tag mieten wir uns zwei Mountainbikes und touren durch die Vang Vieng umgebenden Karstformationen. 


Was sich auf dem Papier idyllisch anhört, kann bei sengender Hitze und Geröllstraße schnell anstrengend werden. Während unser Reiseführer auf den ersten Kilometern eine gute Straße verspricht, erleben wir eine holprige Buckelpiste. Die Federungen der Bikes mindern die Aufschläge kaum. Wie sieht dann erst der schlechte Weg aus? Dafür gibt es entlang des Weges viele Haltemöglichkeiten, um kleine Flüsse und dunkle Höhlen zu besichtigen. Wir halten an der „Blauen Lagune“ und steigen einen steilen mit Bambusstäben gesicherten Trampelpfad zu einem Höhleneingang hinauf. 


Unten werden Taschenlampen vermietet, da es in der Höhle kein Licht gibt. Wir haben unsere eigenen Stirnlampen mitgebracht. Vor dem großen Höhleneingang spürt man die kalte und feuchte Luft im Inneren. 


Wir folgen mit Kreide auf Felsen gemalten Pfeilen. Einen richtigen Weg gibt es nicht, man muss vorsichtig über die zum Teil nassen Steine klettern. Die Größe der Höhle ist beeindruckend. Im noch etwas erleuchteten Anfangsteil befindet sich eine liegende Buddha-Statue, die im Inneren des Berges einen unwirklichen Eindruck auf uns macht. 


Dahinter wird es stockdunkel. Wir wandern noch ein Stück weiter in den Berg hinein und sind von der Schwärze und Stille beeindruckt. Die Höhle scheint noch endlos weiter nach unten zu führen, wir kehren aber um, solange wir noch den Rückweg kennen. Ein tolles Erlebnis, gerade weil die Höhle noch so ursprünglich wirkt. Man fragt sich natürlich, wie lange das noch so bleibt oder ob es hier in fünf oder zehn Jahren einen ausgeschilderten und eingegrenzten Weg geben wird, der unter Neonbeleuchtung eine Vielzahl von Touristen ins Berginnere führen wird.


Am Ende des Tages und unseres Aufenthalts in Vang Vieng können wir festhalten, dass uns die Stadt und ihre Landschaft gut gefallen hat. 


Die Karstformationen sind einen Ausflug wert. Für uns geht es morgen weiter und das heißt, dass wir mit dem Bus sechs Stunden über eine berüchtigte Serpentinenstraße in die Weltkulturerbe- und die nach Meinung vieler schönste Stadt Südostasiens fahren. Es geht nach Luang Prabang.

Fazit Tage 55 und 56:

Wer kam eigentlich auf die Idee sich bei dieser Hitze soviel zu bewegen?

Was haben wir heute gelernt? Vorstieg meint im Bergsport eine Route mit Seilsicherung von unten zu klettern. Der Vorsteiger hängt während der Besteigung das Seil in regelmäßigen Abständen in Zwischensicherungen ein. Der sichernde Partner steht am Boden und gibt das Seil langsam aus. Nicht für Anfänger geeignet. Eine andere Sicherungsform ist die toprope-Sicherung. Hierbei führt das Seil vom Kletterer nach oben, wird dort umgelenkt und wieder auf den Boden zum sichernden Partner geleitet. Letzterer holt das Seil während des Kletterns fortlaufend ein. Für Anfänger geeignet.


1 Kommentar:

  1. Wow sehr sportlich! Beeindruckend :-)

    Viel Spaß weiterhin!
    Lg, Meike

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