Sonntag, 13. Januar 2013

Jodhpur nach Jaisalmer

Jodhpur hat etwa 1,5 Mio. Einwohner und ist die zweitgrößte Stadt in Rajasthan. Sie ist auch als „blue city“ bekannt, weil die vielen Häuser der Brahmins blau gestrichen sind. 



Zentrum der Stadt ist der große Basar um den „clock tower“, zu dem täglich viele Händler aus den Dörfern reisen und Gewänder, Trompeten, Bambusmöbel und vieles mehr anbieten. 





Jodhpur ist auch die Stadt, um sich reichlich mit indischen Gewürzen einzudecken. Wir haben auch kurz überlegt uns Gewürze zu kaufen und dann per Post nach Hause zu schicken, uns dann aber dagegen entschieden, als wir uns vorgestellt haben, wie viele kleine mit Pulver gefüllte Zip-Beutel beim Zoll ankommen würden.

Stattdessen gehen wir nun essenstechnisch aufs Ganze und gönnen uns für 15 Rupien (= 20 Cent) einen Fingersnack an einem Straßenstand, der vielleicht etwas abschreckend aussieht, aber lecker schmeckt:



(Update vom 15.01., also zwei Tage später: immer noch keine negativen Auswirkungen zu melden!)

Für die schnelle Hilfe auf dem Basar:


Mächtiges Wahrzeichen der Stadt ist Mehrangarh Fort. Mehrangarh thront 120m über der Stadt, ist umgeben von Mauern, die 6 bis 36m hoch sind und gilt als eines der größten Forts in Indien. 



Von hier oben kann man gut erkennen, warum Jodhpur die blaue Stadt ist.



Jodhpur ist im Gegensatz zu Udaipur deutlich anstrengender, lauter, dreckiger und enger. Ihr Basar ist interessant, lädt aber nicht gerade zum Verweilen ein. Die Temperaturen sind super. Am Tag hatten wir 25-30° und die Nacht war angenehm. Man kann am Abend wunderbar im T-Shirt auf einem der vielen roof-tops sitzen und das beleuchtete Fort angucken. Wären nicht die ständigen Stromausfälle, könnte man in Ruhe skypen.

Wir verlassen die blue city und nehmen Kurs auf Jaisalmer, unseren westlichsten Punkt der Rundreise und Stadt in der Wüste. Wir durchqueren dafür heute die bereits mehrfach erwähnte Thar Wüste. Sie ist keine Wüste wie die Sahara. Man erkennt einen sandig-streinigen Untergrund, der häufig durch Sanddünen unterbrochen ist, auf dem kleinere Bäume und Sträucher wachsen. Die uns immer umgebenden Ziegen und Kühe sind auch hier zu finden. Die Kamele nehmen zu. Jaisalmer ist eben ein beliebter Ausgangsort für Kamelsafaris, während denen man mehrere Stunden durch die Steppe reitet oder eine Nacht in einer Zeltstadt draußen in der Thar verbringt. Angesichts der vielen Touristen, sehr hohen Preise und schlechten Bewertungen im Internet werden wir keine Safari machen, sondern stattdessen die Stadt mit seinen Sehenswürdigkeiten erkunden. Wir bleiben zwei Nächte in Jaisalmer.

Update Thema Verkehr: Was bislang noch nicht zum Ausdruck gekommen ist, ist das Gefühl während der Fahrt auf den Landstraßen in einem Super Mario Kart Spiel zu sein. Man stelle sich einfach eine Kuh vor, die beschließt gaaaanz langsam die Straße zu überqueren oder mitten darauf stehen zu bleiben, um sich erstmal zu kratzen. Der Fahrer muss dies also einberechnen und dementsprechend rechts oder links an ihr vorbeifahren. Für fortgeschrittene Level: eine Kuhherde und Slalomfahren. Aber nicht den Gegenverkehr aus den Augen lassen! :)


Übrigens wissen wir jetzt wie man verkehrsgerecht in Indien abbiegt. Wir haben relativ schnell gemerkt, dass die Blinker dabei keine Rolle spielen. Sie dienen eher ästhetischen Zwecken oder deuten bei eingeschaltetem Warnblinker lediglich den Überholvorgang an. Um abzubiegen, muss man einfach nur das Fahrerfenster herunterkurbeln und die Hand in die Richtung rausstrecken, in die man abbiegen möchte.

Fazit Tag 11:

Die Thar Wüste ist keine richtige Wüste.

Was haben wir heute gelernt? Oder genauer: Was haben wir bislang beobachtet? Unter den „westlichen“ Touristen in Indien sind die Briten ganz klar in der Mehrheit. Ist es das große Interesse an der ehemaligen Kolonie? Dass sehr viele Inder sehr gut Englisch sprechen schadet jedenfalls sicher nicht. Erstaunlicherweise ist auf unserer subjektiven Rangliste Frankreich auf Nr. 2. Französische Touristen treffen wir eigentlich in jedem zweiten Hotel. Knapp dahinter die Chinesen. Selten dagegen: deutsche Reisende. Und die Deutschen, die wir bislang getroffen haben, waren eher schräge Vögel...

2 Kommentare:

  1. Hallo ihr beiden,

    verlässlich wie immer, kann ich hier meine alltägliche Gutenachtgeschichte lesen und dem doch stressigen Alltag entfliehen. Bei uns wird's grad wieder winterlich. Heut früh waren es -6° und jetzt schneit es.
    Die blaue Stadt hat Leonie besonders gut gefallen.

    PS: Coole Fotos, und das nicht nur heute! Da gibt es bestimmt den ein oder anderen neidischen Hobbyfotografen. Kennt Ihr einen?

    LG der Mann von der besseren Traumhaushälfte

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    1. Hallo liebe Traumhaushälftehälfte,

      freut uns, dass das Einschlafen dank uns nun besser klappt :)
      Welche Farbe bevorzugt denn Laura?
      Wir nähern uns wieder Delhi, d.h. das unsere Nachttemperatur langsam aber sicher auch wieder sinkt...

      Neidischer Hobbyfotograf? Wen meinst du bloß? ;)

      Beste Grüße

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