Mittwoch, 23. Januar 2013

Krabi nach Ko Lanta



Fast jedes Hotel und Guesthouse hat in Thailand eine eigene Reiseagentur, die Tickets für Bus- und Bootsfahrten oder für Ausflüge verkauft. Einfach an die Rezeption gehen, Wünsche äußern, Geld zahlen, Ticket bekommen und am nächsten Tag abholen lassen. So haben wir das gestern auch gemacht. Ein Ticket für 2 Personen für insgesamt 600 Baht für die Fahrt mit dem Minivan nach Ko Lanta. Abholung um 10:30 Uhr am Hotel.
Aus einfach wird aber schnell kompliziert, wenn am nächsten Tag eine ganz andere Person am Schalter sitzt und diese nicht weiß, was der Kollege am vorherigen Tag so verkauft hat. Um 10:30 Uhr kommt jemand, der uns zur Fähre bringen will. Wollen wir aber nicht: das Fährenticket kostet 800 Baht. Gut, dann eben mit dem Minivan, wird uns gesagt. Das dauere aber 4 Stunden und ist super umständlich. Verwunderung unsererseits: Gestern waren es noch super einfache 2 Stunden Fahrt. Die erfahrene Hotel-/Reiseagenturmitarbeiterin löst die Situation elegant: sie schreit erstmal den Kunden an, dass sie ja das Ticket nicht verkauft habe und überhaupt, was gehe sie an, was ihr Kollege am Vortag daherredet. Der hartnäckige Kunde weist die nette Mitarbeiterin auf den nicht ganz unwichtigen Aspekt hin, dass sie und ihr Kollege für das Hotel/Reiseagentur arbeiten und das Ticket ja von diesem stammt. Es folgen minutenlange Beratungen mit ihrer Kollegin, etwa 5 Telefonanrufe, genervtes Dreinblicken des Kunden und schließlich die Antwort: wir könnten mit der Fähre fahren. „For the same price?“ Zerknirschter Blick der netten Mitarbeiterin. „Okay, for the same price.“ Easy travelling in Thailand.

Ein Pick-up (nein, kein umgewandeltes Songthaew, ein ganz normaler Pick-up) bringt uns zum Hafen. Auf der Ladefläche zwischen sieben Rucksäcken sitzend lernen wir zwei nette Österreicher, Kati und Alex aus Wien, kennen, die ähnlich wie wir sechs Monate unterwegs sind und bereits vom kambodschanischen und vietnamesischen Alltag berichten können (sie haben die Adresse unseres Blogs erhalten und können jederzeit ihrer namentlichen Nennung widersprechen :) ). Vorfreude stellt sich bei diesem interessanten Ausblick ein.

Eine der Fähren nach Ko Lanta:


Die Bucht von Krabi:


Die Fähre ist in zwei Stunden in Ko Lanta. Zwischendurch halten wir (wahrscheinlich) vor der Küste der Insel Ko Pu. Wer hier aussteigen will, springt einfach auf eines der bereitstehenden Long-tail Boote, die einen auf das Eiland bringen.

Das Ko Lanta Archipel besteht laut Reiseführer (Stefan Loose, Thailand) aus rund 50 kleinen Inseln, von denen nur 3 bewohnt sind. Die namensgebende Hauptinsel besteht eigentlich aus zwei Inseln, deren nördliche (Ko Lanta Noi) aus Mangrovenufern besteht, während die südliche (Ko Lanta Yai) an der Westküste mit vielen Sandstränden aufwartet. Die ersten Siedler des Archipels waren die Urak Lawoi (= Menschen vom Meer), die laut Wikipedia in Thailand (und in unserem Reiseführer) leicht abschätzig Chao Leh (= Leute der See, im Sinne von Seezigeuner) genannt werden. Etwa 95% der heutigen Einwohner sind moslemischen Glaubens.

Die nächsten Stunden stehen unter dem Motto Hotel/Strand-Suche. Wir haben keine Unterkunft vorgebucht und lassen uns erstmal mit einem Tuk-tuk zum Strand Hat Klong Khong bringen. Die Unterkünfte sind zwar okay, allerdings ist der Strand mit toten Korallen gesäumt, die zum Schnorcheln aber nicht zum Schwimmen einladen. Also weiter nach Hat Klong Nin. Nach den ersten schweißtreibenden Metern mit den Rucksäcken und nach einigen Zimmerbesichtigungen wird klar, dass man entweder günstig ein einfaches Bungalow mit Ventilator oder teuer ein Bungalow/Zimmer mit Air-conditioning bekommt. Wir finden leider nichts dazwischen, z.B. etwas einfaches und kleines mit Air-conditioning. Gegen Ende der Straße finden wir ein einfaches Bungalow mit Ventilator, das wir für eine Nacht für ausgehandelte 550 Baht mieten. Das Hotel ist zweigeteilt: Die günstigen Bungalows stehen auf einem kleinen Hang 50m und eine Straße vom Strand entfernt. Die teuren Unterkünfte sind direkt am Strand. Wir können allerdings den Pool am Strand und das entspannte Strandrestaurant mit langsamen WiFi nutzen.

Bilder vom Hat Klong Nin:



Wir wollen uns morgen nach Hotelalternativen umschauen und dann ggf. für ein paar weitere Nächte hier oder woanders verlängern. 


Für heute Abend ist erstmal Entspannung bei Abendessen, Apfel-Mojito (nicht zu verwechseln mit Appletini) und Sonnenuntergang angesagt.




Fazit Tag 21:

Sonnenbrand auf den Schultern und ein 10,5kg Rucksack vertragen sich nicht gut.

Was haben wir heute gelernt? Christina hat ein neues Lieblingslied: Do-Ther-Tum (Doo doo doo) von Job 2 Do. Aber auch Bon Iver und José González lassen sich gut am Strand anhören.

1 Kommentar:

  1. Easy travelling?! Meine und deine Schwester wäre stolz auf Dich, Walter ;). Ski ahoi, ach so, bei euch ist es eher Strand ahoi?! Liebe Grüße, Lore
    P.S: schöne Grüße auch aus der Weltstadt Machtlos, wo eure Berichte ebenso interresiert verfolgt werden!

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