Donnerstag, 10. Januar 2013

Pushkar nach Udaipur

Heute verlassen wir wieder unser liebgewonnenes Pushkar und Hotel Kishan Palace. Wir haben kurz überlegt eine weitere Nacht zu bleiben, uns aber dagegen entschieden, weil wir noch genügend Zeit für die restlichen Städte auf unserer Tour haben wollen.

Raj erwartet uns wie üblich pünktlich und abfahrbereit vor dem Hotel. Nach einer Woche in Indien und nach unseren vielen Berichten über Verkäufer und Rikscha-Fahrer, die einen übers Ohr hauen wollen, muss man aber auch unbedingt feststellen, dass die meisten Inder grundsätzlich freundlich sind. Wir haben hier keine Angst auf die Straße zu gehen oder durch die Städte zu spazieren. Wir haben das Gefühl, dass man weniger vor Kleinkriminalität (zB Diebstahl, etc.), sondern mehr vor den beschriebenen Täuschungs- und Betrugsversuchen auf der Hut sein sollte. Indien präsentiert sich bislang als sicheres Land in dieser Hinsicht. Sobald man auch die touristischen Hotspots verlässt und mit Indern ins Gespräch kommt, zeigen sie sich höflich, freundlich und äußerst interessiert.

Eine weitere Beobachtung ist, dass sich hier das Leben auf der Straße abspielt. Die meisten Häuser haben im Erdgeschoss integrierte Verkaufsläden, deren Rollläden am Morgen hochgezogen und am Abend dicht gemacht werden. Dadurch sind die Häuser und damit der Wohnraum offen.

Nach etwas mehr als 5h Fahrt erreichen wir Udaipur. Die Stadt liegt im Süden von Rajasthan, einige Kilometer von der Thar-Wüste entfernt. Es scheint uns, dass auch die Vegetation wieder zugenommen hat und alles viel grüner ist. Während Jaipur „the pink city“ ist, gilt Udaipur als Stadt der Romantik und Verliebten. Der große See Lake Pichola, die umliegenden grünen Berge und die vielen kleinen verwinkelten Gassen tragen dazu bei. 



Die beiden Wahrzeichen der Stadt sind zum einen der nachts beleuchtete City Palace, der größte in Rajasthan, 



und der Lake Palace, ein mitten im See schwimmendes Hotel, dass durch den James Bond Film Octopussy berühmt geworden ist.


Obwohl wir mit frischer Erinnerung an Pushkar angekommen sind, merken wir schon am ersten Abend, dass uns auch Udaipur hervorragend gefällt! Die Stadt ist tatsächlich sehr schön, der Ausblick von unserem Hotel roof-top oder den unzähligen anderen roof-top cafes, restaurants oder hotels auf den See und den City Palace lädt zum Verweilen und Entspannen ein. 



Der Basar ist entspannt und man kann unbedrängt in die vielen Geschäfte gehen und nach Belieben um Kitsch, Ramsch oder schöne Dinge feilschen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem maßgeschneiderten Herrenanzug, der auf Wunsch nach Deutschland geschickt wird?

Wir bleiben zwei Nächte in Udaipur. Für den morgigen Tag haben wir uns für einen drei- bis vierstündigen indischen Kochkurs angemeldet, bei dem man mehr als 5 Gerichte lernen soll, alles natürlich gleich probieren kann und Rezepte mitbekommt. Wir sind schon gespannt...




Fazit Tag 8:

Udaipur ist die bislang schönste (Groß-)Stadt.

Was haben wir heute gelernt? Die indische Redewendung bzw. den indischen Witz „potatoes and Sikhs are everywhere!“ (Quelle: Raj). Die Sikhs sind für viele Ausländer wahrscheinlich das Sinnbild eines Inders bzw. Indiens (so wie etwa die Lederhosen tragenden Bayern im Ausland für ganz Deutschland stehen). Sie tragen besonders aufwendige und kompliziert gebundene Turbane. Raj meint, Sikhs gibt es in jedem Land auf der Welt und überall in Indien, daher dieser Spruch. Die Sikhs machen allerdings in Indien nur 1,4 % der Bevölkerung aus. Die Sikh-Religion hat laut unserem Reiseführer nichts mit dem Hinduismus zu tun. Sie basiert wohl auf den Predigten von zehn Sikh-Gurus aus dem 15. Jahrhundert und hat sich über die Zeit als eigene Religion entwickelt. Die Sikh glauben, dass die Erlösung durch strenge Disziplin und Meditation erreicht wird.
Im Übrigen tragen viele andere Inder (insbes. in Rajasthan) auch Turbane, die einfacher aussehen und aus traditionellen Bräuchen herrühren, aber nichts mit den Sikh zu tun haben. Die Turbane haben früher bei Schwertkämpfen den Kopf geschützt. 

3 Kommentare:

  1. Schöne Sache euer Blog. Man lernt was dazu, erfreut sich an den fabelhaften Bildern und kriegt immer mehr Reisewehmut.
    Wan bekommen wir euren Raj zu sehen?

    Gruß

    Viktor

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    1. Freut uns!
      Also doch ein Treffen auf halber Strecke? :)

      Guter Hinweis, wir versuchen Raj noch einmal abzulichten, bevor wir das Land verlassen. Weitere Bilderwünsche gerne äußern ;)

      Beste Grüße

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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