Freitag, 7. Juni 2013

Monument Valley nach Moab


Zurückgelegte Meilen: 154

In diesem Motel in Mexican Hat ist das Auschecken leicht gemacht: Einfach Schlüssel im Zimmer liegenlassen und die Tür hinter sich zuziehen. Unser Frühstück wollen wir heute bei einem tollen Ausblick genießen. Wir fahren noch einmal zu dem Highwayabschnitt vor dem Monument Valley zurück, der Werbeleute und Regisseure inspiriert hat. Diesen Morgen hat Christina auch genug Licht, um in Ruhe weitere Fotos zu machen.


Nach dem Frühstück nehmen wir Kurs auf unser Tagesziel Moab, die Stadt an den zwei Nationalparks. Wir nehmen aber nicht den stärker befahrenen Highway 163, sondern machen einen kleinen Umweg über Highway 261. Dieser bringt uns in das Gebiet des „Trail of the Ancients“, eine kulturhistorisch bedeutsame Route der Indianer im Cedar Mesa Plateau. Um auf das Plateau zu gelangen, müssen wir das Stück Highway 261 überwinden, das hier zu einer Schotterpiste mit fantastischer Aussicht wird. Der Weg ist nämlich in die Abrisskante des Plateaus gefräst und überwindet in 3 Meilen mit etlichen Haarnadelkurven 300 Höhenmeter. 


Von oben sieht man in der Ferne noch das Monument Valley und aus der Nähe das „Valley of the Gods“, das auf Grund seiner Ähnlichkeit mit Ersterem auch kleines Monument Valley genannt wird.

Hier oben fällt sofort die veränderte, grünere und üppigere, Vegetation auf. Wir folgen Highway 261 nach Norden bis er auf Highway 95 trifft, der uns dann weiter nach Osten führt. In diesem Gebiet liegt der eigentliche Grund unseres Umwegs. Wir wollen eine Wanderung im noch relativ unbekannten Mule Canyon unternehmen und dabei eine besondere Ruine der Pueblo-Indianer suchen, das sog. „House on Fire“.

Um dahin zu kommen, passieren wir auf dem Highway 95 die als „Mule Canyon Ruin Exhibit“ ausgeschilderte Abzweigung und biegen stattdessen etwa eine halbe Meile später (Richtung Blanding) links auf eine namenlose Schotterpiste ab. Gleich zu Beginn findet man ein Informationsschild über das Wandern in diesem Gebiet und ein Registrierformular mit „self-pay station“. Wir stecken 4 $ in den Umschlag und legen die Quittung hinter die Windschutzscheibe. Der Mule Canyon besteht aus zwei trockenen Flussarmen. Etwa 0,3 Meilen nachdem man den Highway verlassen hat, erreicht man den südlichen Canyonarm und kann in einer Ausbuchtung der Straße auf der rechten Seite parken. Von hier geht es für uns zu Fuß weiter.

Mit ausreichend Wasser im Gepäck steigen wir in das Flussbett herunter und folgen einem kleinen Trampelpfad in westlicher Richtung. 


Wir sehen und hören weit und breit keine Menschenseele und genießen die über flaches Terrain führende Wanderung durch die Natur. Es deutet allerdings nichts daraufhin, dass man hier bald auf ein Überbleibsel einer Wohnanlage der Pueblo-Indianer treffen würde. Wir vertrauen jedoch weiter den Angaben in dem Reiseführer, der uns auf diesen besonderen Ort aufmerksam gemacht hat, und laufen weiter. Und nach etwa zwei Kilometern nach einer Rechtskurve findet man dann doch das „House on Fire“ in der Felswand auf der rechten Seite.


Wenn man zur richtigen Tageszeit da ist, nämlich am späten Vormittag, dann reflektiert der Steinboden das Licht und beleuchtet das im Schatten liegende Steinhaus in solch einer Weise, dass man denken könnte, die Behausung brennt lichterloh. 


Wir hatten im Vorfeld Bilder davon gesehen und waren begeistert von den Aufnahmen. Die eigentliche Überraschung ist aber, dass der Feuereffekt nicht nur später am Computer, sondern vor Ort mit eigenen Augen gesehen werden kann. Interessant ist natürlich auch, dass die Pueblo längere Zeit am gleichen Ort verweilten und derartige Steinhäuser in die Canyonüberhänge bauten. Vor der Ruine findet man unter einem schweren Stein ein kleines laminiertes Infoblatt, dass darauf hinweist, dass man diese kulturell bedeutsamen Überreste selbstverständlich nicht anfassen oder sogar in das Haus klettern darf.


Zurück im Auto der heißen Mittagssonne entflohen geht es weiter auf dem Highway 95 bis kurz vor Blanding, wo wir dann auf den Highway 191 in nördliche Richtung abbiegen, der uns bis nach Moab bringt. 25 Meilen vor Moab bekommen wir einen ersten Vorgeschmack auf die Steinformen, die wir die nächsten Tage sehen werden. Von einem Parkplatz direkt am Highway kann man den „Wilson Arch“ sehen, einen natürlich entstandenen Steinbogen.


Moab mag zwar nur 5.000 Einwohner haben, hat sich in den letzten Jahren aber zu dem Zugangstor für den Arches und Canyonlands Nationalpark entwickelt. Von unzähligen Hotels, Motels, Supermärkten und Restaurants bis hin zu Outdoor-Läden findet man alles was man in dieser Gegend vielleicht braucht. Außerdem gibt es hier ein Denny's. Obwohl wir hier am Wochenende angekommen sind, finden wir glücklicherweise schnell ein tolles Zimmer in „JR's Desert Inn“, sein letztes für das Wochenende. Wir zahlen 75 $ plus tax und quartieren uns für die nächsten vier Nächte ein. Heute machen wir nichts mehr, aber auf dem Programm der nächsten Tage stehen: der wenig(er) besuchte Canyonlands Nationalpark – Island in the Sky und der äußerst beliebte Arches Nationalpark.


Fazit Tag 157:

This house is on fire...“

Was haben wir heute gelernt? Die Bezeichnung Pueblo-Indianer rührt daher, dass diese indianischen Völker in Siedlungen, Pueblos, lebten. Überreste ihrer zum Teil großen Dörfer findet man hauptsächlich in der sog. „four corners“ Region der USA, dort wo die Bundesstaaten Utah, Arizona, New Mexico und Colorado aufeinandertreffen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen