Montag, 13. Mai 2013

Auckland - Tage 1, 2 und 3


Zurückgelegte Kilometer: 95

Auckland ist Neuseelands wirtschaftlich wichtigste Stadtregion. Im Großraum der Metropole leben etwa 1,3 Mio. Menschen und damit ungefähr ein Drittel aller Einwohner der ganzen Nordinsel. Das macht sie zur größten Stadt des Landes. Lebenswert machen Auckland sein schöner Hafen, die vor ihm liegende Inselwelt des Hauraki Gulf und die Vielfalt an Menschen. In der Stadt werden 32 Sprachen gesprochen und man findet die weltweit größte Ansammlung an Menschen polynesischer Abstammung.

Um das alles zu erkunden, fahren wir mit unserem Van zunächst in die Innenstadt. Die letzte Nacht in unserem Camper haben wir ohne Probleme überstanden und konnten diesen Morgen sogar die Liegefläche abbauen und die beiden Sitzbänke mit Tisch genießen. Dass Auckland eine Stadt der Segelboote ist, wird am Viaduct Harbour deutlich. Er ist einer der vielen Yachthäfen der Stadt und war Liegeplatz einiger Rennyachten des America's Cup. Für uns ist die Gegend um den Viaduct Harbour aber besonders wegen ihrer Ähnlichkeit zur HafenCity in Hamburg auffallend. 


Okay, der strahlend blaue Himmel und die warme Sonne jetzt im Mai, was in Hamburg wohl dem November entsprechen würde, sind vielleicht nicht ganz korrespondierend.

Vom Viaduct Harbour ist es nicht weit bis in das Central Business District, das durch seine vielen Hochhäuser besticht und mit dem Sky Tower, das mit 328m höchste Bauwerk der südlichen Erdhalbkugel, die Skyline von Auckland bildet. Ungewöhnlich: Die vielen Hügel, die die Stadt durchziehen und jeden Spaziergang entweder bergauf oder bergab führen lassen.


Ein 186m hoher Hügel vulkanischen Ursprungs ist der „One Tree Hill“, der südlich des Stadtzentrums liegt und einer der 60 Vulkankegel im Stadtgebiet ist. Umgeben von einem unter Joggern beliebten Park thront auf ihm nur noch ein 21m hoher Obelisk, nachdem der eine Baum, als Erinnerung an einen weißen Kolonialisten verschmäht, Attentaten von Maori-Aktivisten zum Opfer fiel. 


Von oben hat man eine tolle Aussicht auf die anderen Vulkanhügel und auf den in der Sonne glitzernden Hauraki Gulf.


Der andere beliebte Aussichtspunkt ist der noch zehn Meter höhere Mount Eden. 


Man kann auf einem Fußweg um seinen großen von Gras bewachsenen Krater entlanggehen und dabei die Skyline inkl. Sky Tower bestaunen. 


Ob es wie unser Reiseführer schreibt „eine der schönsten Stadtansichten auf unserem Globus“ ist, bleibt jedem selbst überlassen. Die Fahrt bzw. der Marsch hier hoch lohnt sich auf jeden Fall. Vom Mount Eden geht es für uns in unser Hostel, das nur wenige Minuten entfernt liegt. Eingebettet in eine alte und große Stadtvilla bietet das „Bamber House“ saubere und komfortable Zimmer und viele Gemeinschaftsräume. Für uns ist nach der Zeit im Camper unser Eckzimmer mit zwei Fensterfronten, einem Bett, einem Schrank, Platz zum Umherlaufen und einer kleinen Kommode ein kleines Wohnparadies.

Unseren treuen Camper, mit dem wir insgesamt 3933 Kilometer zurückgelegt haben, müssen wir am nächsten Tag zurückgeben. Bis 16:00 Uhr haben wir Zeit ihn „reasonable clean“ zu Apollo zu bringen. Während sich das Putzen von innen zwar lästig, aber machbar gestaltete, war es schwieriger ihn von außen zu waschen. Nicht ganz klar, ob wir ihn überhaupt von außen waschen sollten, wollten wir ihn einfach durch eine Waschstraße fahren. Allerdings gibt es in Auckland an allen Tankstellen weit und breit nur kleine Waschstraßen, für die unser 2,65m hoher Camper zu groß war. Zwei Tipps von Tankstelleninhabern brachten uns nach langer Suche endlich zu einer Selbstwaschanlage neben dem McDonald's in Manurewa.

Die Rückgabe selbst gestaltete sich problemlos und durchaus interessant: Eva, die für uns zuständige Mitarbeiterin, ist eine rüstige Deutsche, die, nachdem ihr Mann gestorben ist, vor acht Jahren alleine nach Neuseeland ausgewandert ist. Seitdem arbeitet sie glücklich bei Apollo und scheint allen deutschsprachigen Kunden ihre Lebensgeschichte in aller Ausführlichkeit zu erzählen.

So ohne Auto wird uns mittlerweile bewusst, dass die Zeit in Neuseeland vorbei ist. Nach einer gefühlten Ewigkeit müssen wir heute Abend unsere Rucksäcke wieder packen und reisefertig machen. Denn morgen fliegen wir um 11:00 Uhr mit einer Maschine der Air New Zealand von Auckland über den großen pazifischen Ozean zur vielleicht bekanntesten hawaiianischen Stadt: Honolulu. Die Inseln von Hawaii werden unsere erste Station in unserem schon letzten (!) Reiseland USA.

Fazit Tage 129, 130 und 131:

Wenn der Spätherbst nur überall so warm wäre wie in Auckland...

Was haben wir heute gelernt? Neuseeland ist ein schlechter Ort, um nach Reiseführern für die USA (insbesondere Westküste) zu suchen. Jedenfalls wenn man etwas anderes als „LonelyPlanet“ haben möchte. Unseren hervorragenden „Reise Know-How – USA – Der ganze Westen“ haben wir leider zwecks Gewichtsreduzierung zu Hause lassen müssen. Die noch im letzten Dezember geplante Veröffentlichung der Digitalversion scheint verschoben worden zu sein. Vielleicht werden wir ja auf Hawaii fündig.


1 Kommentar:

  1. *Hach* Auckland bei Sonnenschein...so kennen und liebe ich es!! Und ja, so einen Mount Eden hätte ich auch gerne für den Blick auf die Hamburger City ;-)
    Habt ganz viel Spaß und Entspannung auf Hawaii!
    Ach, und dass ihr das Champions League Finale nicht sehen könnt, ist nicht tragisch. Eine Finalniederlage nicht Live mit ansehen zu müssen, ist besser für eure Nerven ;-)

    Ihr werdet schon sehnsüchtig zu Hause erwartet...
    Ganz viele, liebe Grüße!

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